Erntezeit – aber ist genügend Futter für Vögel in der Natur vorhanden?

Ein Bericht von Prof. Dr. Martin Kraft,

MIO - Marburger Institut für Ornithologie und Ökologie e.V. 

Erntezeit – aber ist genügend Futter für Vögel in der Natur vorhanden?

Der Herbst ist die Jahreszeit der Ernte! Getreide, Obst, Gemüse, alles ist im Überfluss vorhanden, sollte man jedenfalls meinen, aber ist das wirklich noch so? In meiner Kind- und Jugendzeit freute ich mich mit meinen Großeltern, Eltern und Geschwistern immer auf den Herbst, weil wir alle zusammen Kartoffeln auf unseren Feldern ernteten. Schon im Spätsommer wurde das Getreide geerntet, damals noch mit Dreschmaschinen! Für die Vögel gab es sowohl auf dem Feld als auch in den Scheunen reichlich Nahrung. So wimmelte es nachgerade von Haus- und Feldsperlingen, Buchfinken, Stieglitzen und Goldammern. Auch Rebhühner und Türkentauben profitierten davon.

Die Landwirtschaft wurde aber immer intensiver und monokultureller! Kartoffeln und Dickwurz werden nur noch sehr selten bei uns angebaut, dafür aber Raps und Mais. Ganze Feldstriche werden von Mais oder Raps bedeckt. Während in Rapsfeldern noch einige Arten brüten: Braun- und Blaukehlchen, Sumpfrohrsänger, Heckenbraunelle und Rohrammer, können in Maisfeldern kaum noch Kiebitze oder Rebhühner brüten. Man setzt auf die Energiewende, um Biogas oder Rapsöl zu produzieren und lässt dabei unsere Agrarlandschaft zu öden Monokulturen verkommen. Das ist ebenso falsch wie Windräder in unsere Wälder zu bauen, obwohl wir wissen, dass der Wald der beste Klimaschützer ist. Es werden derzeit die falschen Wege gegangen, denn der über allem stehende und täglich diskutierte Klimaschutz kann doch wirklich nicht auf Kosten des Arten- und Biotopschutzes gehen. Unsere Vögel brauchen intakte Wälder und Felder, um genügend Nahrung zum Überleben und Reproduzieren zu haben. In der heutigen Kulturlandschaft gibt es aber weite Areale, in denen kaum noch Insekten, Spinnen und Vögel vorkommen. Das gilt auch leider für viele unserer Saubermannsgärten! Was wir brauchen sind Laub- und Obstbäume, strukturreiche Hecken und Feldgehölze, Bracheäcker, bunte, blumenreiche Wiesen, Extensiv-Viehweiden, artenreiche Gewässersäume und Blühflächen, alles in allem blüten- und deckungsreiche Areale und noch viel mehr biologische Landwirtschaft. Diese Ziele sind zwar ehrgeizig, aber doch ganz leicht durchführbar. So auch das Anpflanzen von Bäumen und beerenreichen Sträuchern, wo immer dies möglich ist! Kurzum, wir brauchen wieder mehr Natur und mehr Naturschutzgebiete.

Diese Ziele gelten aber nicht nur bei uns, sondern weltweit! Wenn wir alle wegen der Klimaerwärmung nicht austrocknen wollen, dann steht der Arten- und Biotopschutz ganz klar in der vordersten Reihe und nicht der Klimaschutz. Wirksamer Klimaschutz geht nämlich nur, wenn wir unsere CO-2 Senker, sprich unsere Wälder, weltweit erhalten und fördern. Das würde auch den Insekten und Vögeln sowie anderen Tierarten helfen. Die Umsetzung der hier genannten Naturschutzziele ist das eine, aber in der Zwischenzeit sollen wir auch den hungernden Vögeln helfen, indem wir in unseren Gärten, in ausgeräumten Landschaften und im Wald ganzjährige Futterstellen mit den richtigen Nahrungskomponenten anbieten. Das hochwertige Futter von VIVARA hat sich dabei bestens bewährt. So können wir wenigstens die Symptome unserer kranken Natur heilen, aber die wichtigen Arten- und Biotopschutzziele dürfen wir nicht aus den Augen verlieren!  Wir sind nun mal auf Gedeih und Verderb auf eine gut funktionierende Natur und eine intakte Umwelt angewiesen, aktuell mehr denn je! 

Unsere Ziele müssen in die Tat umgesetzt werden, und zwar so rasch wie möglich! Dabei würde ich mich sehr freuen, wenn die teilweise naive „Fridays for Future-Bewegung“ sich primär massiv für den bitter nötigen Arten- und Biotopschutz einsetzt! 

Eine vielfältige Landschaft muss wieder um uns herum entstehen, denn wir erfreuen uns an singenden Feldlerchen, schwarz-gelben Feuersalamandern, bunten Schmetterlingen und summenden Hirschkäfern! 

Lasst uns gemeinsam den richtigen Weg gehen!

Prof. Dr. Martin Kraft 


 

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