Hauptblütezeit der Ambrosia

Ein Bericht von Prof. Dr. Martin Kraft

Hauptblütezeit der Ambrosia

Hauptblütezeit der Ambrosia
Ambrosiafreies Vogelfutter wirkt der Verbreitung dieser Allergien auslösenden Wildkrautpflanze entgegen

Die Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia), die auch Beifußblättriges Traubenkraut genannt wird, ist aus Nordamerika zu uns gelangt und hat sich vor allem in Süddeutschland, aber auch im Osten stark ausgebreitet. Sie erinnert an unseren Beifuß und gehört in die Ordnung der Asternartigen (Asterales) und dort in die Familie der Korbblütler (Asteraceae). Noch vor einigen Jahren fand man hohe Samenanteile im Vogelfutter, weshalb sich die Pflanze vielerorts nahezu ungehindert ausbreiten konnte. Je karger der Boden, desto eher kann sie sich ansiedeln, auch an einigen Stellen in den Gärten, bevorzugt aber auf Schutthalden, an Bahndämmen, auf natürlichen Brachflächen, Industriebrachen, in Kiesgruben sowie an schütter bewachsenen Straßen- und Wegrändern.

Der Pollen, welcher vor allem im Spätherbst erscheint, kann schwerwiegende Allergien beim Menschen auslösen, die auch zu Asthma-Anfällen führen können, doch müsste man dazu in häufigem Hautkontakt mit den Pollen oder auch den Blütenständen sein. Neubürger unter den Pflanzen, die man auch als Neophyten bezeichnet, können neben Allergien aber auch zu Verdrängungen einheimischer Pflanzen führen, weshalb man sie nach Möglichkeit eliminieren sollte. Das Problem ist aber, dass sie sich oft stark vermehren und rasch ausbreiten, man also gar nicht schnell genug reagieren kann, um sie zu reduzieren oder ganz zu vernichten. Dennoch hat sich der Samenanteil der Ambrosie im Vogelfutter deutlich verringert und manches ist sogar völlig frei davon. Sie gelangt aber auch durch den Transport von Erde in verschiedene Bereiche und siedelt sich neu an. Bemerkenswert ist auch, dass die Samen bis zu etwa 40 Jahren keimfähig bleiben und mittlerweile auch Frost vertragen können, weil sich bestimmte Mutationen herausbildeten.

Die Pflanze blüht von Juli bis Anfang November, manchmal auch noch länger. Wird sie entdeckt, so ist die beste Maßnahme, sie einfach auszurupfen, aber das geht nur bei kleinen Beständen, größere Bestände sollte man mit entsprechenden Maschinen ganz entfernen. Die Gefährlichkeit im Hinblick auf eventuelle Allergien beim Menschen wird immer noch stark übertrieben, vor allem in den Medien, obwohl die Pflanze lange Zeit völlig ungefährlich ist. Dass Vogelfutterhersteller bemüht sind, die Pflanze komplett auszusondern, ist allerdings sehr zu begrüßen, denn es ist in jedem Fall besser, wenn wir den meisten Neubürgern unter den Pflanzen den Kampf ansagen. Bei ganzjährigen Fütterungen ist also unbedingt auf die Qualität des verabreichten Futters zu achten, wobei Körnerfutter ohnehin während der Brut- und Jungenaufzuchtzeit in den Hintergrund rücken sollte. Eiweißreiches Futter, aber auch Fett- und Beerenfutter sind immer Garanten für eine gute Energieversorgung. Im Garten selbst können wir mit der Anpflanzung einheimischer Bäume, Sträucher sowie dem Anlegen bunter Blumen¬wiesen viele Insekten anlocken, die neben unserem Zusatzfutter von vielen Gartenvögeln verzehrt werden. Je mehr Vielfalt im Garten, die der umgebenden Natur gerecht wird, umso größer wird die Siedlungsdichte der Vögel sein. Findet sich im Zusatzfutter deutlich weniger oder gar keine Ambrosiensamen mehr, können wir insgesamt zufrieden sein, indem wir keine Allergien befürchten müssen und zudem viel über unsere Vögel lernen können! Auf anderen Standorten wird es indes nur schwer gelingen, die Ambrosie kurz zu halten, aber den dort lebenden Wildvögeln und Insekten schadet sie ja auch nicht!

Prof. Dr. Martin Kraft


 

Allgemeine Informationen und Factsheet zum Thema Ambrosia/ambrosiafreies Vogelfutter

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