Fettfutter als perfekter Energielieferant

Ein Bericht von Prof. Dr. Martin Kraft

Fettfutter als perfekter Energielieferant

Nun ist wieder die Zeit gekommen, in der man nur noch wenige Zugvögel am Himmel sieht, denn viele Millionen Vögel sind in den Mittelmeerraum oder nach Afrika gezogen, um dort zu überwintern. Aber nicht alle Vögel wandern im Winter in wärmere Gefilde: Im Zuge des globalen Klimawandels bleiben sogar immer mehr Vögel bei uns, die noch vor wenigen Jahrzehnten mindestens bis ans Mittelmeer zogen. Dazu zählen vor allem Kiebitze, Waldwasserläufer, Ringeltauben, Saatkrähen, Feldlerchen, Bachstelzen, Hausrotschwänze, Mönchsgrasmücken, Zilpzalpe, Heckenbraunellen, Stare und Rohrammern. Einige davon könnten wir auch an gut bestückten Futterplätzen erwarten.

Bei der Winterfütterung von Vögeln kann man viel über die Vögel lernen. Da sind allbekannte Vögel wie Rotkehlchen, Amseln, Wacholderdrosseln, Meisen und einige Finkenvögel, aber eben auch jene, die inzwischen vermehrt in Mittel- und Westeuropa bleiben. So müssen wir uns nicht wundern, wenn plötzlich ein ganzer Starenschwarm, ein schlicht gefärbter Hausrotschwanz oder gar eine Mönchsgrasmücke am Futterhaus erscheint. In diesem Winter gibt es zudem eine echte Besonderheit, denn es fliegen die wunderschönen Seidenschwänze bei uns ein und suchen vor allem in beerenreichen Gärten und Feldgehölzen nach Beeren aller Art sowie nach Misteln und Äpfeln. Sie kommen aus dem hohen Norden Skandinaviens und Russlands und erscheinen bei uns nur, wenn es im Norden kaum Nahrung gibt. Verschiedene Beeren finden sich auch in bestimmten Fettfuttermischungen von „VIVARA“. Das ist auch der Grund, warum wir schon frühzeitig mit der Winterfütterung beginnen sollten und nicht warten müssen, bis Frost und Schnee Einzug halten.

Grundsätzlich gilt: Wir sollten stets darauf achten, dass unser verabreichtes Futter genügend Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate in einem ausgewogenen Verhältnis enthält. Die unterschiedlichen Arten suchen sich dann das Futter aus, was ihnen am besten schmeckt: Amseln, Rotkehlchen und Goldammern fressen sehr gerne Haferflocken oder auch Streufutter, am liebsten am Boden. Rotkehlchen, Amseln, Stare, alle Meisen, Schwanzmeisen, Heckenbraunellen und Feldsperlinge hängen sich aber auch oft an die Energieblöcke, die neben Fett auch Sämereien, getrocknete Insekten und Beeren enthalten. Das gilt auch für die so genannten „Meisenknödel“, an denen sich auch Bunt- und Mittelspechte, Erlen- und Birkenzeisige, Stieglitze und Bluthänflinge beobachten lassen. Amseln, Wacholder-, Rot- und Singdrosseln laben sich gerne an faulen Äpfeln. Vor allem das Fettfutter liefert genügend Energie, um auch sehr kalte Nächte schadlos überstehen zu können!

An unseren winterlichen Futterstellen herrscht oft ein reges Treiben und manchmal macht sich das ein Jäger wie der Sperber zunutze. Urplötzlich fliegen dann alle Vögel auf und verschwinden in der nächsten Hecke, aber manchmal ergreift der Sperber einen Kleinvogel. Mit noch größerem Glück kommt auch mal ein nordischer Merlin, um Kleinvögel zu jagen. Auch Elstern, Eichelhäher und vor allem Rabenkrähen erscheinen manchmal in Schwärmen an unseren Futterstellen, aber wir sollten sie nicht vergrämen, denn auch sie gehören zu den geschützten Vögeln. An den Martinsweihern bei Niederwalgern in Mittelhessen kommen sogar Grau- und Nilgänse, Stock-, Schnatter- und Krickenten, Rebhühner sowie Bläss- und Teichhühner regelmäßig an die Futterstellen. Es ergibt sich also vielfach eine perfekte Möglichkeit, Vögel vor unseren Fenstern oder in Gärten und Parks hautnah zu erleben. Dabei kann man viel über das Verhalten, das Aussehen, Lautäußerungen, Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen, über Konkurrenz am Futterplatz und vieles mehr lernen! Wir sollten aber auch auf die allbekannten Haus- und Feldsperlinge achten, die leider vielerorts im Bestand rückläufig sind.

Unbedingt zu beachten ist, dass die Futterhäuschen immer mal wieder gereinigt werden, wobei regelmäßiges und gründliches Ausfegen oft schon reicht, damit sich keine Krankheitserreger bilden können.

Und denken Sie immer daran: Füttern kann man bis ins Frühjahr hinein und wer will, auch das ganze Jahr über! Es ist bestimmt nicht schädlich – und die Vögel danken es Ihnen im Frühling mit ihren schönen Gesängen!

Prof. Dr. Martin Kraft


 

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