Schmetterling des Jahres 2017 – die Goldene Acht

Ein Bericht von Prof. Dr. Martin Kraft

Schmetterling des Jahres 2017 – die Goldene Acht

Schmetterling des Jahres 2017 – die Goldene Acht
Wie wichtig ein naturnaher Garten für die Falter ist

Mit der Goldenen Acht hat der NABU einen Schmetterling für 2017 ausgewählt, der früher weit verbreitet und sehr häufig war, inzwischen aber vielerorts verschwunden ist! Der Name bezieht sich auf ein kleines Abzeichen auf beiden Hinterflügeln, das tatsächlich an die Zahl 8 erinnert. Das „Golden“ im Namen bezieht sich auf die gelbe Färbung der Männchen, während die Weibchen eher blass gelb und oft weißlich gefärbt sind. Systematisch gehört die Goldene Acht in die Familie Pieridae (Weißlinge), wo auch unser allbekannter Kohlweißling oder der Zitronenfalter zu finden sind. Die Goldene Acht bildet 2 bis 3 Generationen und fliegt von Ende April/Anfang Mai bis Oktober. Als Futterpflanzen werden Schmetterlingsblütler, vor allem Kleearten, bevorzugt. Sie überwintert als kleine Raupe an geschützten Stellen. Wegen der Vorliebe für verschiedene Kleearten ist dieser Schmetterling oft auf Klee- und Luzernefeldern, aber auch an grasigen Stellen mit vielen bunten Blumen, zu finden.

Wie alle Schmetterlinge sowie viele weitere Insekten und Spinnen leidet auch die Goldene Acht unter dem übermäßigen Pestizideinsatz in der Landwirtschaft, aber auch in privaten Gärten, wo nicht selten Glyphosat in Form von „Round Up“ gespritzt wird. Damit macht man nicht nur den Nahrungspflanzen der erwachsenen Schmetterlinge, sondern auch den Futterpflanzen der Raupen den Garaus. Hinzu kommt der Ordnungswahn leider vieler Gartenbesitzer. Dabei gerate ich immer in Wut, wenn ich auf meinen Exkursionen erkläre, dass eine gewisse Verwilderung der Gärten wichtig und zwingend notwendig für Insekten sei, dies aber nicht mal in meinem privaten Umfeld befolgt wird! Da wird der Rasen gemäht und gemäht und abermals gemäht, sodass keine Blume auch nur ansatzweise eine Chance hat, ihre volle Blütenpracht zu entfalten oder gar zur Samenbildung zu gelangen. Das wird gemacht, weil es die meisten Nachbarn auch machen. Siegesgewiss, mit auffallend buntem Samstags-Gartenanzug, kurzen Hosen und weißen Socken, brummt der stolze und oberspießige Gartenbesitzer oder die noch spießigere, absolut altmodische Gartenbesitzerin los, manchmal mindestens einmal die Woche. Zurück bleibt ein kurzes und steriles Einheitsgrün, aus dem nicht mal ein winziges Gänseblümchen mit seiner sanft weißen Blüte herauslugt. Diese Sauberkeitsmanie haftet vor allem vielen Deutschen an, die immer Ordnung haben wollen, im Haus und im Garten oder auf den Äckern! Dass dabei die Natur mit ihrer Vielfalt auf der Strecke bleibt und sie selbst sich langfristig ihren eigenen Lebensast absägen, scheint in den sauberen Gehirnen nicht zu existieren! Wir sind nun mal auch als Menschen von der Vielfalt der Natur abhängig, wollen wir langfristig nicht ersticken oder schleichend vergiftet werden.

Wir brauchen überall viel, viel mehr biologische Vielfalt, Bio-Diversität! Dieses Schlagwort ist aber leider oft nur ein Lippenbekenntnis und wird vor allem vor politischen Wahlen selbstbewusst und energisch angeprangert! Tatsächlich aber immer wieder vernachlässigt! So kann und darf es aber nicht weitergehen, weshalb ich mit Vehemenz an Sie, liebe Leser, appelliere: Lassen Sie in Ihrem Garten viele Blumen blühen und pflanzen Sie einheimische Beerensträucher und Obstbäume. Verzichten Sie ganz auf Dünge- und Spritzmittel. Lassen Sie bitte auch die Hände weg von Salz, was oft zur Eliminierung von Gras oder Kräutern zwischen Gartensteinen zu finden ist. Gönnen Sie ihrem Garten eine Verschnaufpause und mähen Sie nur dort Rasen, wo sie vielleicht in einer Hängematte entspannen oder den Grill anzünden wollen. Je mehr bunte und vielfältige Strukturen in Ihrem Garten zu finden sind, desto mehr werden Sie sich an vielen bunten Schmetterlingen und anderen Lebewesen erfreuen können. Setzen Sie sich auch dafür ein, dass es noch mehr biologische Landwirtschaft gibt und treten Sie in Naturschutzgruppen ein, die sich massiv für die biologische Vielfalt einsetzen und die nicht wollen, dass unsere Wälder riesigen Windrädern zum Opfer fallen. Bunte Blumen am Wegesrand, gaukelnde Schmetterlinge und fleißig singende Vögel gehören zu uns wie die frische Atemluft. Schauen Sie auch mal auf unsere noch im Aufbau befindliche Webseite: https://miomarburg.wordpress.com

Prof. Dr. Martin Kraft


 

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