Gartenrotschwanz

Gartenrotschwanz

Der Gartenrotschwanz ist ein farbiger und beweglichicher Vogel. Der Schwanz ist in der Mitte braun, an den Rändern und am Bürzel rostrotbraun. Das Männchen hat ein schwarzes Gesicht und eine weiße Stirn. Die Weibchen sind von den Farben her unscheinbarer. Sie sind heller als der Hausrotschwanz.

Im Volksmund nennt man den Garten- und Hausrotschwanz „Rotschwänzchen“. Der Gartenrotschwanz ist ein allbekannter Singvogel, die im Frühling bereits lange vor Sonnenaufgang den Tag mit seinem wohlklingenden Gesang einläutet. Der Gartenrotschwanz gehört zweifellos zu den Vogelarten, mit denen ich sehr vertraut bin, weil ich ihn schon als kleiner Junge am Haus meiner Eltern und im Umfeld desselben kennenlernen durfte. Die überaus farbenfrohen Männchen des Gartenrotschwanzes kommen in den letzten Jahren ob des Klimawandels merklich früher aus ihren afrikanischen Quartieren südlich der Sahara zurück. Inzwischen gibt es aber auch schon Überwinterungen in Nordafrika, Kleinasien und im Mittelmeerraum. Es ist nicht selten, dass bei uns die ersten Männchen schon Ende März mit ihrem lieblichen Gesang beginnen. Dieser wird oft von Baumspitzen, aber auch von Dächern, Antennen und Lampen aus vorgetragen. Leider kam es in den späten 1970ern bis zu Beginn der 1990er Jahre zu deutlichen Bestandsrückgängen, aber ab etwa Ende der 1990er Jahre zeigen sich wieder leichte Bestandserholungen!

Mit 13 – 14,5 cm Länge ist der Gartenrotschwanz etwa so groß wie eine Kohlmeise, doch ist er schlanker, steht oft aufrecht und fällt durch sein ständiges Schwanzzittern auf. Die alten Männchen gehören zweifelsfrei zu unseren buntesten Singvögeln. Im Prachtkleid hat das Männchen eine weiße Stirn, eine schwarze Kehle und eine orange-rote Brust. Der Mantel ist aschgrau und die Flügel sind dunkel, während Bürzel, Oberschwanzdecken und Schwanzfedern rostrot sind. Allerdings sind die beiden mittleren Steuerfedern stets dunkelbraun bis schwärzlich. Im Schlichtkleid (Herbst bis Frühwinter) sind vor allem die schwarze Kehle und die orange-rötliche Brust durch helle Federsäume verdeckt, sodass die Vögel dann etwas geschuppt aussehen. Die wesentlich schlichter gefärbten Weibchen sind am Kopf und auf der Oberseite hell graubraun bis sandfarben, haben einen hellen Augenring und eine aufgehellte Kehle sowie eine schwach orange-rötlich getönte Vorderbrust. Der Schwanz ist wie beim Männchen roströtlich mit den beiden dunklen zentralen Steuerfedern. Damit sieht das Weibchen dem weiblichen Hausrotschwanz sehr ähnlich, ist aber deutlicher heller bräunlich.

Manchmal sieht man im September Gartenrotschwänze im Schlichtkleid, zumeist junge Männchen, die in der Farbe an die Weibchen erinnern, aber zumeist dunklere Ohrdecken, einen weißlichen Überaugenstreif und eine grau gewölkte Kehle zeigen. Die orange getönte Brust weist beige gefärbte Federränder auf.

Unser Gartenrotschwanz ist ein fleißiger Sänger, dessen Lied fast immer mit einem hohen „sih“ eingeleitet und mit einer meist abfallenden und unterschiedlichen Zwitscherstrophe beendet wird. Oft werden auch Stimmen anderer Singvogelarten imitiert. Wie der Name schon sagt, so brüten Gartenrotschwänze als Höhlen- und Halbhöhlenbrüter oft auch in Gärten, sofern diese viele alte Laub- oder Obstbäume aufweisen.

Lateinischer Name
Phoenicurus phoenicurus

Größe
13 bis 14,5 cm groß

Gewicht
12-18 g

Habitat
Mehr als die Hälfte des Brutareals des Gartenrotschwanzes liegt in Europa. Es erstreckt sich von Portugal und Spanien bis hoch in den Norden Norwegens und über die Türkei bis in den Kaukasus und hin zum Baikalsee. In Mitteleuropa bilden Deutschland und Frankreich Verbreitungsschwerpunkte. Den Winter verbringt er südlich der Sahara in Afrika.

Nest
Für gewöhnlich in Höhlen an Gebäuden oder in Nistkästen. Bevorzugt werden Kästen mit einer großer Öffnung. Aus Moosen, Wurzelfasern, Bartflechten, trockenem Gras gebaut. Ausgekleidet mit viel Federn, Haaren.

Brutzeit
Mai, 3-9 Eier, 1 Gelege

Nahrung
Wirbellose Tiere

Klang
Zilpzalpartiges gedämpftes „hüit” gefolgt von Geschnalze „hüit-dk-dk”. Gesang eher traurige, melancholisch klingende Strophe.

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