Webcam-Blog: Eisvogel

Nest wieder leer  10/07/2017

Ausfliegen des zweiten Geleges über zwei Tage verteilt 

Am Samstag, den 8. Juli, hat das Ausfliegen der Jungen begonnen. Drei von den sieben Küken haben an diesem Tag das Nest verlassen. Um 13:07 Uhr flog ein Küken aus, aber es war nicht ganz deutlich, ob dies das erste Küken war. Sonntag zwischen 6:09 Uhr und 9:19 Uhr flogen die letzten vier Küken aus. Das Nest ist wieder leer!

Was vor dem Ausfliegen geschieht.

Die Eltern stimulieren das Ausfliegen, indem sie nicht mehr füttern. Sie erscheinen noch am Nest, lassen ihren Kontaktruf hören – aber bieten kein Futter mehr an. Aus den Aufnahmen ging hervor, dass am 8. Juli keine Fütterung mehr statt fand. Die letzten Fütterungen wurdem am 7. Juli beobachtet, sowohl morgens als auch mittags. Es ist auch nicht ganz einfach, diese Momente zurück zu finden, denn nach sieben bis acht Sekunden sind die adulten Eisvögel wieder verschwunden. Es gab auch Momente, in denen die Küken nach Futter bettelten, aber nicht gefüttert wurden. Das Männchen liess zwar von draussen seinen Kontaktruf hören, hat den erbeuteten Goldfisch jedoch nicht ins Nest gebracht. Vielleicht war dieser auch für das Weibchen gedacht?
Das Verhalten der Jungen vor dem Ausfliegen zeigt Vorbereitung und gleichzeitig auch Unsicherheit. Die jungen Eisvögel putzen regelmässig ihre Federn – diese müssen für den ersten Flug immerhin gut sitzen. Ebenso strecken sie regelmässig die Flügel; sie beugen sich mit dem Kopf nach vorne und versuchen, die maximale Spannweite des Flügel auszubreiten. Ab und zu läuft das ein oder andere Küken in den Nistgang, kommt aber wieder in die zentrale Kammer zurück. Scheinbar noch nicht ganz bereit, den grossen Schritt zu wagen. Wenn ein Küken das Nest verlässt, hören die verbliebenen Küken mit dem Putzen und Strecken auf und schauen zum Nistgang. Zu beeindruckt? Die letzten Gedanken vor dem Ausfliegen? Man weiss es nicht genau.

 

Bruthilfe?  28/06/2017

Im Juni konnten wir diverse Male einen jungen Eisvogel in der Nähe des Nistplatzes sehen. ES ist ein Jungvogel aus einem der ersten Gelege in diesem Jahr. Helfen die Jungvögel eigentlich bei der Aufzucht eines neuen Geleges mit?
Ab und zu kommt es vor, das sein Jungvogel des ersten Geleges am Nistplatz erscheint. Man kann den Jungvogel am kürzeren Schnabel, dunkleren Füssen und der etwas stumpferen Färbung der Brustfedern erkennen. Hierbei kann es sich um einen Jungvögel der Eltern, die den Nistplatz bewohnen, sein. Es kann aber auch ein Jungvogel eines anderen Eisvogelpaars sein. Wird der Jungvogel nicht direkt weggejagt, ist es vermutlich ein „Eigener“. Die schnell verjagten Jungvögel sind oftmals Fremde.
Junge Eisvögel können unterschiedliche Ziele haben, wenn sie einen Nistplatz bzw. eine Nistwand aufsuchen. Bei Eisvögeln konnte beobachtet werden, dass der Jungvogel (1. Gelege) bei der Aufzucht des zweiten Geleges hilft, also auch Fische bringt oder füttert. Dies nennt sich Bruthilfe.
Andere Ziele, die in der Literatur genannte werden, sind: a) der Jungvogel sorgt für extra Schutz vor Fressfeinden, b) der Jungvogel lernt so Fähigkeiten, die er später benötigt, und wird eine Art „Erbe“ des Territoriums.
Bruthilfe wird meist bei den eigenen Jungvögeln beobachtet, aber es kann auch vorkommen, dass es ein Jungvogel eines verwandten Paars sind oder gar Jungvögel ohne eigenes Nest. In Deutschland wurde von einem männlichen Eisvogel berichtet, der einem fremden Paar bei der Aufzucht geholfen hat. In Tschechien wurde dieses Verhalten bei einem jungen weiblichen Eisvogel beobachtet.
Vor allem in der Vogelwelt ist das Verhalten der Bruthilfe bekannt. Bei schätzungsweise 3-8% der Arten kommt es vor, das sind ungefähr 400-500 Arten. Aber auch manche Säugetiere und Insekten leisten in bestimmten Fällen Bruthilfe. 
Ein besonderer Grund hierfür ist in Mittel-Australien und Südafrika bekannt. Dort findet man Gebiete, in denen es monatelang an Regen mangelt. Vögel können dort langfristig nur fortbestehen, wenn sie in kurzer Zeit so viele Gelege wie möglich produzieren. Bruthilfe kann hierbei einen deutlichen Unterschied machen.

Aktivitäten im und rund um das Nest  21/06/2017

Die Küken sind mittlerweile sieben Tage alt und wachsen schnell und gut sichtbar. Es geht also genau so gut weiter, wie es beim ersten Gelege schon der Fall war. Jetzt, wo die Küken schon etwas grösser, aber noch nicht zu gross, sind, kann man bei der Fütterung auch schön beobachten, wie die Küken sich nach dem Fressen eines Fisches wieder hinten anstellen.


Aber auch draussen spielen sich die ein oder anderen Ereignisse ab. So wurde ein dritter Eisvogel gesichtet, der sich auch in unmittelbarer Nähe der Nestwand aufhielt. Der „Eindringling“ wird in der Regel schnell verscheucht – beispielsweise vom Männchen. Es ist leider nicht genau zu erkennen, ob es sich bei dem Besuch um einen der Jungvögel aus dem ersten Gelege handelt – es würde jedoch nahe liegen, da sich der dritte Eisvogel sehr schnell verscheuchen liess. Es muss allerdings nicht unbedingt ein Jungvogel aus dem ersten Gelege sein, sondern kann auch ein junger Eisvogel aus einem benachbartem Territorium sein, der sich umgesehen hat.


Die Küken haben in diesem jungen Alter noch kein isolierendes Federkleid, dass sie warm hält. So müssen die Eltern den Nachwuchs noch mittels Brüten warm halten – was bei dem schnellen Wachstum immer schwieriger wird. Mittlerweile passen nicht mehr alle Küken schön ordentlich unter den Brutfleck; so wurden zum Beispiel die Flügel ausgebreitet, um mehr Fläche zu geben. Aufgrund des warmen Wetters wird nicht erwartet, dass beide Elternteile wieder gemeinsam auf den Küken sitzen – jedoch kam dies in der dritten Nacht wieder vor! Die Taktik wurde von Gelege zu Gelege also nicht viel geändert.

 

Verhaltensfragen 19/06/2017

Verhaltensfragen Junge Eisvögel wachsen schnell Wenn man vom Schlüpfen an mit dabei war und nun einige Tage später die Küken sieht, kann man sehen, wie gross der Unterschied bereits ist. Scheinbar machen die Eltern ihre Arbeit sehr gut und unterstützen das Wachstum mit häufigen, guten Fütterungen.

Junger Eisvogel besucht Territorium

Am 17. Juni besuchte ein junger Eisvogel das Territorium – man kann den Jungvogel daran erkennen, dass seine Füsse dunkler sind. Sie haben nicht das auffällige Korallrot, sondern eine graubraune Farbe. Auch die Brustfedern des Jungvogels sind etwas trüber. Der Männchen schien nicht sehr amüsiert über den Besuch zu sein, so nehm es direkt eine aggressivere Haltung an (es machte sich lang) und stiess diverse Rufe aus. Der Jungvogel hatte es noch mit Bettelverhalten versucht, wurde dann aber aus dem Territorium gejagt. Der Vater ist also immer noch der Chef.

Verhalten des Männchens bei der Fütterung

Zwischendurch bringt auch das Männchen Fische in die Nistkammer, um die Jungen zu füttern. Manchmal lässt sich beobachten, wie das Weibchen etwas zur Seite geht, sodass das Männchen die Jungen direkt füttern kann (beobachtet zum Beispiel am 18. Juni). Bei diesem Nest scheint es so, als hätte das Männchen einen stärkeren Status als das Weibchen. Normalerweise lässt sich eher beobachten, dass das Männchen sich gegenüber des Weibchen „untertäniger“ verhält – stattdessen macht hier da Weibchen Platz und geht so viel wie möglich zur Seite.

Fischübergabe

In der Literatur lässt sich nachlesen, dass junge Eisvögel ein weisses Schnabelende haben. Dieses lässt sich auch noch eine Weile nach dem Ausfliegen erkennen. Über die Bedeutung dieses weissen Punktes wird gesagt, dass die Eltern die Jungen in der dunklen Nistkammer so besser identifizieren können. Aber stimmt dies auch? Anhand der Webcam lässt sich erkennen, dass die Eisvogeleltern bei der Fischübergabe erst still stehen; durch eine Art knurrendes Geräusch geben sie zu verstehen, dass es Fütterungszeit ist. Es sind dann vor allem die Jungen, die sich daraufhin aufrichten und mit dem Kopf wackelnd den Fisch ertasten und fressen.

 

Sieben Küken geschlüpft 15/06/2017

Es begonn eher als erwartet - bereits am Abend des 14. Juni, gegen 18 Uhr, begonn das schlüpfen der Küken. Im Laufe des 15. Juni vervollständigte sich die "neue Runde" Küken, sodass sich nun wiedermasl sieben Eisvogel-Küken im Nest befinden. Diese werden fleissig von den Eltern versorgt und warmgehalten. 

 

Bald schlüpfen die Küken 13/06/2017

Vermutlich ist es am 15. Juni so weit, dass die Küken des zweites Geleges schlüpfen! Es lohnt sich also, am Donenrstag das Geschehen im Auge zu behalten. Eine genaue Uhrzeit gibt es nicht, aber es kann schon in den Morgenstunden so weit sein.

 

Wie erwartet: ein zweites Gelege! 29/05/2017

Wie bereits 2016 haben die Eizvögel ein zweites Gelege begonnen. Ganze sieben Eier wurden im täglichen Rhythmus gelegt:

  • 1. Ei: 21. Mai, 6:45 Uhr
  • 2. Ei: 22. Mai, 6:40 Uhr
  • 3. Ei: 23. Mai, 6:50 Uhr
  • 4. Ei: 24. Mai, 6:55 Uhr
  • 5. Ei: 25. Mai, 6:46 Uhr
  • 6. Ei: 26. Mai, 7:11 Uhr
  • 7. Ei: 27. Mai, 8:09 Uhr

Auffallend ist jedoch, dass die Gelege in diesem Jahr früher begonnen. Das erste Gelege wurde 14 Tage eher gestartet als in 2016, das zweite Gelege 16 Tage eher. Dies hat damit zu tun, dass sich die Population der primären Nahrungsquelle (junge/ kleine Fische) auch eher entwickelt hat als im Vorjahr.

 

Eier 3 & 4- 24/05/2017

Mittlerweile umfasst das zweite Gelege bereits vier Eier, welche im täglichen Rhythmus gelegt wurden.

  • 3. Ei: 23.05.17, 6:50 Uhr
  • 4. Ei: 24.05.17, ca. 6:55 Uhr

 

Gelege Nr. 2- 22/05/2017

Es hat nicht lange gedauert, nicht mal eine eine ganze Woche: Die Eisvögel sind gut sichtbar mit dem zweiten Gelege begonnen!
Vor kurzem wurde noch in der Nistkammer aufgeräumt, aber inzwischen gibt es sogar schon zwei Eier.
Gelegt wurden diese am:

  • 21. Mai: 6:45 Uhr
  • 22. Mai: 6:40 Uhr

Wie viele es wohl dieses Mal werden?

Ausgeflogen!- 16/05/2017

Heute morgen, noch vor 9 Uhr, haben die Eisvogel-Küken das Nest verlassen. Die Eltern hatten erst versucht, sie mit Futter herauszulocken, aber allzu viel Überzeugung war wohl nicht mehr notwendig. 

Jetzt kann das Nest aufgeräumt und sich auf das zweite Gelege vorbereitet werden.

 

Die Jungen fliegen bald aus!- 15/05/2017

 Die jungen Eisvögel stehen kurz davor, das Nest zu verlassen. Eventuell verlassen sie bereits heute, am 15. Mai, das Nest. Die beiden Gelege, die wir 2016 beobachten konnten, flogen ebenfalls nach 26 Tagen aus.

In den letzten Tagen konnten wir sehen, dass die Jungen regelmässig ihre Federn putzten. Das Federkleid ist nun vollständig und liegt ordentlich, ohne Lücken, am Körper an. Insofern wirken die Küken also ausflugsbereit. Das Strecken der Flügel und austesten lässt auf erste Flugübungen schliessen. Ebenso kann man beobachten, wie die Jungen mit dem Schnabel durch die Flügelfedern streichen, um diese zu ordnen. 
Die Frequenz der Fütterungen wird weiter Aufschluss geben, wie weit die Jungen nun sind. Vermindern die Eltern die Fütterungen, versuchen sie die Jungen zu stimulieren, selbst nach draussen zu gehen, um nach Futter zu suchen.
Haben die Eisvogelküken das Nest verlassen, so kommt es sehr häufig vor, dass Eisvögel innerhalb einer Woche nach dem Ausfliegen ein zweites Gelege beginnen. Zwischendurch muss die Nistkammer gereinigt werden. 
Es werden jedenfalls spannende Tage!

 

Verhalten in der Nistkammer- 12/05/2017

Vor 23 Tagen sind die Eisvogelküken geschlüpft. In dieser Zeit hat sich die Nistkammer von einer relativ übersichtlichen, sauberen Kammer zu einem überfüllten, eher schmutzigen Raum entwickelt. Sind noch alle sechs Küken da?

Entwicklung der Küken
Die Küken sind ordentlich gewachsen, sitzen aber nach wie vor dicht beieinander, um die Wärme der anderen auszunutzen. Dadurch ist die Anzahl der Küken nur schwierig zu zählen, aber es befinden sich noch mindestens fünf Küken in der Nisthöhle.
Einen “besonderen” Eindruck hinterlässt der sich bewegende Nestboden, denn zwischen der Masse an Fischgräten und Gewölle befinden sich Maden und Fliegen, die sich vermutlich von den Ausscheidungen o.ä. der Küken ernähren. Es scheint aber ganz so, als würde das die jungen Eisvögel wenig interessieren – und vielleicht tut das Ganze der Hygiene im Nest noch etwas Gutes, denn Maden sind eigentlich „Aufräumer“.
Der Körper der Küken ist mittlerweile gut mit Federn bedeckt, auch wenn sich das Federkleid noch nicht schön schliesst, sondern etwas zerrupft aussieht. Einige der Federn, zum Beispiel die Schwanzfedern, sind noch nicht ganz ausgewachsen, und auch der Schnabel hat noch nicht seine vollständige Länge erreicht.

Nesthygiene
Die Küken verwenden nach wie vor den Nestgang, um sich zu erleichtern. Man kann es nicht beobachten, aber vermutlich schieben die Eltern die Ausscheidungen beim Verlassen des Nester mit nach draussen. Diese Annahme wird auch dadurch unterstützt, dass man die Elternvögel auch öfters dabei beobachten kann, wie sie kurz nach Verlassen des Nestes kurz ins Wasser abtauchen – vermutlich, um sich kurz zu säubern. Aber nicht alle Ausscheidungen werden auf diese Art entsorgt. Ein Teil landet auf der Glasplatte, die vor der Kamera angebracht ist, sodass die Bildqualität schlechter wird.

 

 

Verhalten in der Nistkammer- 04/05/2017

Wenn man das Verhalten mit dem von vor einigen Tage vergleicht, so sind die Jungen schon viel selbstständiger geworden. Wenn man sie beobachtet, so erkennt man sich wiederholende Verhaltensmuster.

Den Körper warm halten
Es ist deutlich, dass die Küken dicht beieinander sitzen. Solange das Federkleid noch nicht vollständig ist, ist der Kontakt zu den Geschwistern eine wichtige Methode, um sich warm zu halten. Noch mehr Wärme wird generiert, wenn sich einer der Eltern – oder beide, wie wir bereits sahen – auf die Jungen setzen. In der Nacht von dem 2. auf den 3. Mai haben die Jungen das erste Mal alleine in der Nisthöhle geschlafen.

Extra Wärme durch Zittern
Eine besondere Methode, die Körperwärme aufrecht zu erhalten, ist das Zittern. Eisvögel tun dies mit dem ganzen Körper. Wir Menschen kennen dies auch – das Zittern fängt ganz von selbst an, wenn der Körper zu kalt wird. Muskeln sorgen für die Zitterbewegungen und bei Bewegung entsteht so Wärme.

Rückwärts
Warum laufen die Küken rückwärts? Die Antwort auf diese Frage beginnt beim Fressen. Hat ein Küken einen Fisch bekommen und diesen gefressen, muss es sich in der Regel kurz danach erleichtern. Um das Nest nicht zu verschmutzen, läuft es rückwärts zum Nestgang, wo sich erleichtert wird. Das der Nestgang als Toilette dient, ist kein Zufall, denn Eisvögel erleichtern sich immer in Richtung des Lichtes.

Geräusche
Die Küken machen beinahe den ganzen Tag über Pfeifgeräusche. Wir nehmen an, dass diese ausserhalb der Nistkammer nicht so deutlich zu hören sind. Es ist erkennbar, dass die Geräusche in Intensität zunehmen, sobald einer der Eltern mit Futter in der Nähe ist. Wenn die Küken so alt sind, dass sie beinahe das Nest verlassen können, kann man ihr Rufen schon auf 20-30 m Abstand wahrnehmen.

 

Metamorphose – und wir sind dabei - 01/05/2017

Die Jungen sind vollkommen damit beschäftigt, zu wachsen. So ändert sich die Farbe von einem Rosa zu Graublau – und auch Kopf und Schnabel lassen nun viel mehr erkennen, dass es Eisvogelküken sind. 
Anfangs sind die Küken noch blind. Ein dickes Vlies umgibt die Augen, Augenlider sind noch nicht erkennbar. Bei einigen Küken lässt sich mittlerweile erkennen, dass sie eine Spalte bildet. Auch die ersten Federansätze und kleinen Federn lassen sich erkennen (vor allem auf Brust, Rückenmitte, Hinterteil und Flügeln). Vor allem auf den Flügeln sind diese schon weiter entwickelt – aber diese Federn müssen schliesslich auch am längsten werden.
Viele sogenannte Nesthocker werden kahl geboren, im Gegensatz zu den Nestflüchtern, die direkt nach der Geburt schon das Nest verlassen. Darum werden die Nesthocker auch von den Eltern warm gehalten, so wie es bei den Eisvögeln der Fall ist. Mittlerweile wird nicht mehr gemeinsam auf den Jungen gesessen und auch über Tag wird nicht mehr warm gehalten. Stattdessen sitzen die Küken dicht beieinander und halten sich gegenseitig warm.
Die Küken werden stets mobile rund gieriger, wenn eines der Elterntiere mit Futter erscheint. Es wird laut und im Chor nach dem Futter gerufen; die Jungen bewegen sich mittlerweile auch zum Nesteingang, um das Futter entgegen zu nehmen. Seit dem 29. April ist es nicht mehr notwendig, dass die Eltern bis mitten ins Nest kommen, um den Nachwuchs zu füttern – sie können das Futter auch im Gang übergeben. Aber wie wissen die Eltern, welches Küken gefüttert werden muss? Bei einem Alter von 10-11 Tagen sieht man, wie ein Küken am Ende der „Kükenknäuls“ anschliesst – so sitzen die hungrigen Jungen vorne, die Satten hinten. Kommt einer der Eltern mit Beute ins Nest, so bewegen sich die hungrigen Jungen nach vorne; sie machen es den Eltern also einfach. In den ersten Tagen verlief dies anders – die Eltern kamen nach drinnen und hielten das Futter über den geöffneten Schnäbeln. Vermutlich können die Eltern anhand der Wärme erkennt, welche Küken bereits versorgt sind und welche nicht – denn in der Nistkammer ist es ja dunkel, sodass sie sie nicht visuell unterscheiden können.
Nach dem Füttern muss ein Eisvogelküken sich auch erleichtern. Erst läuft es in Richtung Nistgang, dreht diesem das Hinterteil zu, lehnt sich nach vorne und schiesst seine Ausscheidungen in den Gang. Dies macht es den Eltern möglich, die Ausscheidungen nach draussen zu transportieren und das Nest somit sauber zu halten.

Einige Impressionen: 

(Für kurze Zeit gab es auch eine Farbübertragung)

 (Screenshot der Küken, eingereicht von Diana Essien)

 (Screenshot des Warmhaltens durch die Eltern, eingereicht von Orsolya Sämann)

 (Screenshot des Warmhaltens durch die Eltern, eingereicht von Orsolya Sämann)

 (Screenshot der Küken, eingereicht von Orsolya Sämann)

“Armdrücken” bei den Eisvögeln - 24/04/2017

Es war ein seltsam erscheinendes Ereignis am 22. April: Sowohl Männchen und Weibchen waren in der Nistkammer und wollten auf den Jungen sitzen, um sie warm zu halten. Aber dies lief nicht ganz so gut – die Koordination stimmte einfach nicht!

Wie es begann
Normalerweise sitzt das Weibchen nachts auf den Eiern oder den Jungen. Dies konnten wir eine längere Zeit beobachten, und dann war auch Ruhe in der Nisthöhle. Dann aber kam das Männchen, am Abend des 22.4, gegen alle Gewohnheit in den Kasten und wollte ablösen. Das fand das Weibchen aber eher störend bzw. nicht so eine gute Idee und wehrte sich dagegen. 
Eher selten zu sehen
Was danach passierte, sieht man nicht so häufig. Beide Elternteile hielten die Küken gleichzeitig warm! Dabei versuchten beide, so viel wie möglich davon zu tun, während sie auch versuchten, den anderen weg zu schieben. Bei dieser Art „Armdrücken“ drehten sich beide Eisvögel umeinander herum; die Jungen wurden dann auch in der Drehbewegung mitgenommen.

Drehmühle
Es schien in der Tat so, als wären die Küken in eine Drehmühle geraten. Zum Glück waren sie bereits ein paar Tage alt und gut gewachsen, sodass sie das gut überstehen konnten.

Das Männchen gab auf
Schlussendlich hat das Männchen aufgegeben und hat das Nest wieder verlassen, sodass Ruhe einkehren konnte. Das Getue begann um 21:15 Uhr und endete um 01:32 Uhr. Ein Streit von ungefähr vier Stunden! 
Alles scheint wieder normal
Morgens war zu sehen, dass alle Küken die Auseinandersetzung gut überstanden hatten. Das Männchen brachte wieder brav gefangene Fische, als wäre nichts geschehen. Es bleibt abzuwarten, ob es wieder so eine Nummer bringt.

Eine mögliche Erklärung?
Auf Nachfragen schien es, als wäre auch bei einem anderen Webcam-Nistkasten ein ähnliches Verhalten beobachtet worden. Eine mögliche Erklärung ist, dass es in der Nacht sehr kalt war und das Männchen den Eindruck hatte, es müsse mithelfen, um genug Wärme zu erzeugen.
Genau kann man so etwas nicht erklären, denn die Natur verhält sich oft anders als wir aus Erfahrung wissen oder erwarten.

Eines zeigt uns dies aber: Es ist auch nachts spannend zuzuschauen!

 (Screenshot eingereicht von Diana Essien)

 

Sechs Küken! - 20/04/2017

Mittlerweile sind sechs Küken geschlüpft. Gegen 09:35 Uhr waren alle sechs gut sichtbar.

 (Fütterungsscreenshot, eingereicht von Joseph Bramers)

 

Vier Küken! - 20/04/2017

Gestern Abend, um kurz vor sechs, ging es los! Um circa 19:05 Uhr war auch schon das zweite Küken da. Und heute morgen gegen 6:45 Uhr, als das Weibchen das Nest verlassen hat, konnten wir sogar bereits vier Eisvogelküken bestaunen.

Zwischendurch werden die Küken von den Eltern warm gehalten, aber sobald die Eltern verlassen oder den Nachwuchs mit Fischen füttern, können wir die Kleinen gut sehen.

 (Screenshot der zwei Küken bei der Fütterung, eingereicht von Britta Loose-Buhr)

 (Screenshot der vier Küken bei der Fütterung, eingereicht von Alexandra Deppe)

 

 

Brut-Routine - 18/04/2017

Das Eisvogelpaar brütet nun bereits seit 19 Tagen. Das Meiste ist bereits geschafft; letztes Jahr schlüpften die Küken 20 Tage nach dem Legen des letzten Eis. Dies könnte bedeuten, dass ab dem 20. April bereits die ersten Küken schlüpfen!

Scheinbar gibt es bei diesem Paar eine deutliche Rollenverteilung. Eine analyse des Brutverhaltens zwischen dem 10. Und 16. April hat ergeben, dass das Weibchen immer die nächtliche Brutschicht übernimmt. Dabei hat es den Schnabel in den Rückenfedern versteckt und sitzt still auf den Eiern. Nur der regelmässige Atem sorgt für Bewegung. Regelmässig dreht es sich um.

Das Männchen brütet an den meisten Tagen drei Mal, manchmal auch zwei Mal:
- Eine erste Phase, welche circa zwei Stunden dauert und zwischen 8:09 und 11:53 Uhr stattfindet
- Einen grossen Teil der Mittagsstunden, circa 4-5 Stunden, zwischen 12:20 und 19:32 Uhr
- Eine Abendschicht, welche 1-2 Stunden, zwischen 18:05 und 20:47 Uhr, übernommen wird. Diese Schicht wird übersprungen, wenn die zweite Schicht lang dauerte.

Zusammengerechnet brütet das Männchen also gut 7,5 bis 8 Stunden am Tag; dies macht 30-35% der Zeit aus. Die Ablösung durch das Männchen gibt dem Weibchen die Möglichkeit, um selbst Nahrung zu suchen. 
Die Ablösungen sind sehr kurz und dauern lediglich 15-78 Sekunden. Dies ist logisch, denn die Eier dürfen nicht zu viel Kälte ausgesetzt werden. Am Anfang des Ausbrütens können die Eier manchmal bis zu zwei Stunden unbebrütet bleiben, im späteren Verlauf jedoch nicht mehr, da dann der Embryo weiter entwickelt ist.

 

Nahrungssuche - 10/04/2017

Wir wissen alle, dass Eisvögel Fischfresser sind. Aber was ist ihre Strategie, ihre Technik? Darauf geht dieser Blog-Eintrag näher ein.

 

Fische fangen
Meistens sitzt der Eisvogel an einem Observationspunkt, welcher 1-1,5m von der Wasseroberfläche entfernt ist. Der kürzere Abstand sorgt dafür, dass blitzschnell in das Wasser eingetaucht und die Beute gegriffen werden kann. Schwimmt der Fisch in einem grösseren Abstand vom Eisvogel entfernt, fliegt der Eisvogel ein paar Meter voraus, bleibt in der Luft „stehen“ und taucht dann direkt in Richtung Fisch ab. Dies funktioniert am besten, wenn etwas Gegenwind gegeben ist. Sobald der Eisvogel ins Wasser eintaucht, ist seine Nickhaut, eine Art extra Augenlid, geschlossen, der Schnabel ist geöffnet.

Tiefes und flaches Gewässer
Um einen Fisch auszutricksen, muss ein Eisvogel circa einen Meter tief tauchen. Normalerweise fängt er Fische oft dicht an der Wasseroberfläche, so 25-20cm unter Wasser. Selbst in flachem Gewässer funktioniert diese Technik gut. Der Eisvogel passt in diesem Fall seine Tauchtechnik den Umständen an: Der Kopf wird eingezogen, sodass der Schnabel nur wenig vor der Brust heraussteht, die Flügel bleiben leicht ausgebreitet (um auszubremsen). Auch wird der Fisch anders angeflogen, nicht gerade ins Wasser hinein.

Was wird gefressen 
Fische sind das Standartfressen der Eisvögel; sie werden das ganze Jahr durch in hohen Anzahlen vertilgt. Circa 40g pro Tag, was circa fünfzehn Fischen entspricht, abhängig von deren Gewicht. Der gedeckte Nahrungsbedarf pro Tag entspricht in etwa dem Körpergewicht des Eisvogels. Die Art der Fische ist hierbei weniger von Belang, wichtig ist eher, dass die Körpergrösse nicht grösser ist als 8-10 cm. Im Winter sind Fische die Hauptmahlzeit. Im Frühling und Sommer wird die Speisekarte etwas ausgebreitet, sodass auch kleinere Frösche, junge Salamander und Wasserinsekten als Nahrung dienen. Auch Käfer, Spinnen, Schnecken etc. werden gefressen.

Wie alt werden Eisvögel eigentlich? - 07/04/2017

Während der Brutsaison nimmt der Bestand an Eisvogel logischerweise zu, durch die Anzahl der Jungvögel. Nach dem Winter ist dieser BEstand wieder deutlich kleiner, denn: Die durschschnittliche Lebenserwartung eines Eisvogels liegt bei gerade mmal zwei Jahren!
Dies ist jedoch in der Vogelwelt keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Stellen Sie sich vor, dass alle zehn Kohlmeisen eines grösseren Geleges überleben würden und ein Jahr später brüten - das würde innerhalb kurzer Zeit eine Art "Kohlmeisenplage" verursachen.Die Natur sorgt dafür, dass das nicht passiert und so überleben viele Kohlmeisen den Winter nicht. Dies ist auch bei den Eisvögeln so.

Gefahren
Viele Jungvögel kennen nach Verlassen des Nester noch nicht alle Gefahren und Risiken des Lebens "draussen". Es ist ein "Learning by Doing", was nicht immer gut ausgeht. Die wichtigsten Ursachen für einen frühzeitigen Tod ist das Fliegen gegen Autos und Fenster. Eisvögel brüten nicht selten in der Nähe von Menschen; so erwischt ab und an auch eine Katze ein Exemplar. Auch Greifvögel fangen Eisvögel - und Marder, Füsche und Co. dürfen auch nicht vergessen werden. Auch während der Brutzeit kann es gefährlich werden: Bei zu viel Regenwasser kann ein Bach schnell vollaufen und das Nest überflutet werden. Ein strenger Winter kann zur Fogle haben, dass 70-90% der Eisvögel verschwinden - als Fischfresser sind sie von offenem, nicht gefrorenem Wasser abhängig.

Der älteste bekannte Eisvogel
Der Eisvogel wird in der Regel also zwei Jahre alt. Ist er bereits 5-6 Jahre als, so hat man es schon mit einem betagten Eisvogel zu tun. Im Jahr 1971 wurde in Belgien ein Eisvogel beringt und wurde einige Monate später in den Niederlanden "umberingt" (damals war es üblich, die belgischen Ringe durch niederländische zu ersetzen, wenn sich der Vogel in den Niederlanden befand). Im August 1992 wurde dieser Eisvogel wiedermals beobachtet, wieder in den Niederlanden. Die Ringnummer wurde notiert und der Vogel wieder freigelassen. Damals war er schon 21 Jahre alt.

 

In Ruhe nisten und zimmern - 05/04/2017

Jeder kennt den klopfenden Specht, der in Baumstämme hackt. Aber es ist der Eisvogel, der mit der höchsten Geschwindigkeit in den Boden der Nistkammer pickt. Was ist die Bedeutung hiervon? 

Am Anfang des Brutzyklus geht es erst einmal darum, den Nestboden und das Bodenmaterial zu lockern. Der Boden darf nämlich nicht zu fest sein, es muss noch eine Kuhle für die Eier entstehen können. 
Während des Brütens sieht man ab und zu schon einmal, wie in den Boden gepickt wird, während der Eisvogel auf den Eiern sitzt. Das „Warum“ lässt sich nicht eindeutig klären, aber vielleicht soll auch dann wieder der Boden etwas gelockert werden. Gegebenenfalls fühlt der Eisvogel – wenn er tief pickt - auch das Drahtwerk tief unten im Nistkasten und will dieses verkleinern? (Anmerkung: der Gitterdraht befindet sich dort, um das Nest vor Nesträubern und Fressfeinden zu schützen. Auch an der Unterseite des Nistganges ist es angebracht)
Derselbe Zyklus zur selben Zeit


Inzwischen sind die Eisvögel mit dem Ausbrüten beschäftigt. Das Besondere in der Natur ist, dass die meisten Tiere einer Art zur selben Zeit denselben Zyklus durchlaufen. Die Handlungen haben zum Beispiel mit der Länge des Tageslichts zu tun oder den allgemeinen Wetterumständen. Beispiel: Ist es länger kalt als gewöhnlich, bleibt die Nahrung auch noch aus (bei kaltem Wasser bleiben Fische und Wasserinsekten tiefer im Wasser und sind so schwerer zu fangen). Auch die Fische paaren sich dann später, sodass kleine, junge Fische auch nicht noch als Nahrung verfügbar sind.

  

Brutprozess in vollem Gange - 03/04/2017

Das Ausbrüten scheint jetzt in vollem Gange zu sein. Die Pausen, ohne dass eines der Elternteile auf den Eiern sitzt, werden immer kürzer und auch das Männchen integriert sich mehr.

Pausen
In den ersten Tagen liess sich beobachten, dass manchmal bis zu zwei Stunden vergangen sind, bis wieder einer der Eisvögel auf den Eiern sass. Dies reduzierte sich zu 10-60 Minuten – ein deutliches Signal, dass es nun ernst wird. Je nach Entwicklung der Embryos können diese auch nicht mehr so viel Abkühlung vertragen.

Gewölle als Nistmaterial
Auf dem Nestboden liegen des Öfteren noch einige Gewöllestücke verteilt, die noch darauf warten, „verarbeitet“ zu werden. Mit schnellen Schnabelbewegungen werden diese zerlegt und auf dem Boden verteilt. Am 2. April war dies in den Morgenstunden zu beobachten. Auch konnte man sehen, wie das Weibchen vom Männchen abgelöst wurde; das Männchen war dann circa 75 Minuten lang mit dem Ausbrüten beschäftigt – ein weiteres, deutliches Signal, dass es nun „richtig“ los gegangen ist.

 

Ei Nr. 6 ist da 30/03/2017

Heute morgen, um 8:27 Uhr wurde das sechste Ei gelegt. Wie man sieht, passen die Eier mittlerweile schon gar nicht mehr vollständig unter den Körper des Weibchens.

Ei Nr. 5 ist da! Nach einem Tag Pause - 29/03/2017

Am 27. März wurde das vierte Ei gelegt, aber am 28. März um 22:30 Uhr war noch kein weiteres Ei in der Nisthöhle zu sehen. Heute Morgen dann die Überraschung: das fünfte Ei ist da!
Scheinbar hat das Weibchen einen Legetag übersprungen. Dies kann vorkommen; für uns ist dies vor allem sichtbar, da das Ausbrüten erst beginnt, wenn da letzte Ei gelegt wurde. Denn: Wenn das Weibchen noch nicht die Eier ausbrütet, aber auch nicht am nächsten Tag ein Ei legt, muss es ein übersprungener Legetag sein, oder?
Ein derartiger Ruhetag ist in der Literatur nicht genau behandelt. Aber durchschnittlich sechs bis sieben Eier pro Gelege kosten einiges an Energie und Arbeit, da kann man es durchaus verstehen, wenn mal ein Tag geruht werden muss, um und sich wieder zu stärken und in guter Kondition zu bleiben. Vielleicht handelt es sich bei dem Weibchen auch um eine jüngeres, noch unerfahreneres Weibchen?
Wir erwarten aber, dass es bei nur einem Ruhetag bleibt und der Rest des Geleges wieder im täglichem Rhythmus vervollständigt wird.

 

Ei Nr. 4 - 27/03/2017 

Kurz nachdem der vorherige Blog-Eintrag veröffentlich wurde, wurde zwischen 9:35 und 9:45 Uhr auch schon das vierte Ei gelegt!

Eier Nr. 2 und 3 - 27/03/2017

Mittlerweile hat sich die Eisvogel-Familie weiter vergrössert - Eier Nummer 2 und 3 wurden gelegt!

Am 25. März wurde erwartungsgemäss das zweite Ei gelegt. Anfangs sah es bereits um 7 Uhr so aus, als ob es so weit wäre, aber das Weibchen hat uns noch etwas warten lassen, bis es so weit war. Das dritte Ei wurde am 26. März gelegt. Etwas später als erwartet, aber möglicherweise fühlte sich das Weibchen durch das Eichhörnchen, welches sich in der Gegend befand, gestört. Oder war erst noch etwas mehr Stärkung in der Form von Fischen nötig?

Über das Eierlegen
Auch das Legen des dritten Eis verlief auf die Art, wie wir sie bereits bei den ersten beiden Eiern beobachten konnten.Das Weibchen verbringt dann mehr Zeit in der Nisthöhle und bleibt dort für längere Zeit auf der Stelle - meist in der Mitte - sitzen. Man kann beobachten, wie sich die hintere Körperhälfte frequenter und Stärker bewegt, bis der ganze Körper mit einstimmt. Und dann auf einmalk ist das Ei gelegt.
Bei dem ersten Ei liesss sich beobachten, dass sich das Weibchen noch halb im Tunnel bzw. Nisthöhleneingang befand, statt in der Mitter der Kammer. Ob hier eine Art Legenot vorherrschte? Hatte es keine Zeit mehr, die günstigere Position in der Raummitte einzunehmen?

Untersuchung von Eisvogelnestern
Im Laufe der Zeit werden Eisvogelnester auf die Anzahl der gelegten Eier untersucht. Dies ist eine nicht ganz unkomplizierte Angelegeneheit, denn im Normalfall ist der Inhalt der Nisthöhlen schwer zu erkennen. Sowohl die Anzahl der Eier als auch Jungen lassen sich nicht mit blossem Blick in den Nistgang erkennen. Mit modernen Mitteln - wie Kameras - stellt dies mittlerweile ein weniger grosses Problem dar.
Die Farbe des Eis macht es ein wenig einfacher - da es sich in einem dunklen Raum befindet, benötigt es keine tarnende Farbe und ist somit hell (auch andere Vögel, die in Höhlen brüten, haben hellgefärbte Eier).

Über die Eier
Eisvogeleier können zwischen 21 bis 24 mm lang und zwischen 17 bis 20 mm breit sein; der Durchschnitt liegt bei 23x19 mm, bei einem Gewicht von ca. 4,5g. Angesichts der Grösse des Eisvogelweibchens sind die Eier verhältnismässig recht gross.Wenn das eisvogel-Ei gerade gelegt wurde, ist die Schale noch recht dünn, fast noch transparent und scheint eine rosa Färbung aufzuweisen. Beginnt das Ausbrüten, so verändert es sein Äusseres und wird weiss-glänzend und härter - fast wie Porzellan. Die helle Farbe der Eier kann den Eltern helfen, im Dunkeln die Position der Eier zu bestimmen. 

 (Die Eier direkt nach dem Legen)

 (Die drei Eier nebeneinander gut im Bild, rechts daneben Gewölle. Eingeracht von Moritz Bassermann)

 

Das erste Ei  - 24/03/2017

Das erste Ei wurde gelegt - eher, als im vergangen Jahr (7. April)! Dieses Jahr scheint das Eisvogelpaar also etwas vorauszulaufen, in punkto Brutpersiode, denn auch die Balz begann eher. Meistens werden die Eier der Eisvögel in den frühen Morgenstunden gelagt. Forschungen deuten an, dass dies durch den Lichteinfall vom Nisttunnel in die Nisthöhle beeinflusst werden kann. Weder zu viel noch zu wenig Licht gewünscht? 

Das frühste bekannte Legedatum für das erste Ei der Eisvögel ist unterschiedlich. In den Niederlanden, wo die Webcam installiert ist, geht man von einer Periode von Mitte März bis Mitte April aus. In der Literatur finden sich weitere interessant Angaben:

- In der Schweiz wird der 3. und 12. März angegeben

- In Deutschland wird der 10. März angegeben

- In den Niederlanden wurde 2015 berichtet, dass am 9. April bereits ausfliegende Jungvögel in Twente beobachtet werden konnten, as einem Legedatum vom 8. Februar entsprechen würde.

Letzteres scheint der europäische Rekord für das früheste Legedatum zu sein.

Wann beginnt das Ausbrüten der Eier? Normalerweise wird vom ersten Ei bis zu Komplettierung des Geleges jeden Tag ein Ei gelegt. Durschnittlich besteht ein Gelege aus vier bis acht Eiern; oftmals sechs bis sieben, weniger bei unerfahrenen Eisvogelpaaren. Mit dem Ausbrüten wird gewartet, bis das letzte Ei gelegt ist - so schlüpfen alle Jungen kurz hintereinander und auch die aus den später gelegten Eiern schlüpfenden Küken haben gute Chancen, aufzuwachsen und das Nest zu verlassen.

 

Ritual bei der Fisch-Fütterung  - 23/03/2017

Es ist die Aufgabe des Eisvogelmännchens, dem Weibchen regelmässig Fische anzubieten.Es ist ein erkennbares Ritual, bei dem der Fisch im Mittelpunkt steht - aber warum?

Es ist ein vorhersehbares Ereignis, aber trotzdem schön anzusehen. Bei unserem webcam-Eisvogelpaar läuft es zumeist wie folgt ab:
Das Weibchen sitzt auf dem Ast und erweckt die Aufmerksamkeit des Männchens. Das Männchen wiederum kommt dann mit einem erbeuteten Fisch zum Weibchen. Hierbei wird der Fisch so im Schnabel gedreht, dass das Fischkopf nach vorne zeigt - so wird der Fisch an das Weibchen angeboten.
Der Fisch wird mit dem Kopf nach vorne gedreht, damit diesereinfach heruntergeschluckt werden kann. Hier ist es natürlich auch besser, wenn der Fisch nicht zu dick und lang ist. Die idealle Länge liegt bei höchstens acht bis zehn Zentimetern. Wird der Fisch mit dem Kopf zuerst vertilgt, werden hierbei die Kiemen zugedrückt. Würde der Fisch andersrum geschluckt, so könnten sie einen Widerstand darstellen. Dasselbe gilt selbstverständlich auch für die Flossen und Schuppen; diese lassen sich ebenso besser in der "Kopf-zuerst"-Richtung herunterschlucken.
Übrigens werden die Fische später auf dieselbe Art und weise auch dem Nachwuchs angereicht.

 

Wann kommen die ersten Eier? - 20/03/2017

Am 9. März wurde der erste Eisvogel an der Nistwand gesichtet. Auch liess sich beobachten, wie das Männchen das Weibchen mit Fischen versorgt hat – ein typisches Balzverhalten. Durch das Anbieten und Füttern von Fischen stärkt das Eisvogel-Männchen das Band zum Weibchen und bringt es gleichzeitig in gute Kondition für das Legen der Eier. Denn: Sieben Eier benötigen so einiges an Vorbereitung und Kraft, da will sich angestrengt werden!

 Mittlerweile sieht es für die Webcam-Eisvögel weiterhin gut aus. Das Paar ist immer öfter zu sehen und auch die Nisthöhle wird bereits vorbereitet (am 15. März liess sich dies gut erkennen). So wird der Boden mit weichem Material bekleidet. Im Gegensatz zu anderen Vogelnestern wird hier aber nicht Moos oder pflanzliches Material verwendet, sondern Essensreste, die in Form von Gewölle wieder hochgewürgt wurden. Darin enthalten sind Schuppen, Gräten, Insektenpanzer und andere Teil der gefressenen Beute, die nicht vollständig verdaut werden können. Nach dem Hochwürgen des Gewölles wird dieses mit dem Schnabel zerteilt und auf dem Nisthöhlenboden verteilt. Die Lage, die daraus entsteht dient als Isolation des Bodens. 

 

Die Live-Webcams werden mit freundlicher Unterstützung des Projektes „Beleef de Lente“ der Vogelbescherming Nederland zur Verfügung gestellt (das Logo der Organisation finden Sie auch in den Übertragungen zurück). Das Projekt wird den Frühling über von Spenden und ehrenamtlicher Arbeit unterhalten. 

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