Webcam-Blog: Schleiereule 2020

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Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Ereignisse der Schleiereule-Webcam aus dem Jahr 2020. Zu den Einträgen von 2019

 

Üben, üben, üben- 29/07/2020

Die Schleiereulenküken haben en Nistkasten verlassen und nutzen nun auch die Umgebung , die sie haben. Sie turnen auf dem Nistkasten und auf den Heuballen herum, um immer mehr das Fliegen zu lernen. So können sie zwischen Nistkasten und Heu Flugsprünge von 1-2m zurücklegen – es ist noch kein Fliegen, aber eine gute Übung auf dem Weg dahin. Zwischendurch bietet der Nistkasten natürlich weiterhin ein gemütliches Zuhause, auch wenn es manchmal schwierig für die Küken ist, richtig durch die Einflugöffnung zu kommen.

Eine Auswahl an Screenshots, eingereicht von Renate Z., Sylke G., Petra W., Kerstin K., Manuale E., Birgit M.W., Gitta, N. Ruthe, Margot K.:

Bald flügge?- 29/06/2020

Die Schleiereulenküken machen sich prächtig. Beide sind groß und wohlgenährt - wbei das älteste Küken sichtbar runder ist. Bei den fütterungen liess sich beobachten, dass es doch ab und an mal eine Extraportion bekam - dies scheint sich bemerkbar zu machen. Beide werden jedoch gut versorgt.

Ebenso sind die ersten Flügelübungen sichtbar - allzu lange wird es vermutlich nicht mehr dauern, bis die beiden den Nistkasten verlassen. Ebenso wird auch schon fleissig auf der Öffnung nach draussen geschaut oder in der Öffnung gestanden.

 

Screenshots eingereicht von Katja H., Petra W., Sigrid L. und Irmgard P.

Sie sind beringt- 29/06/2020

Samstag, am 27. Juni, wurden die beiden jungen Schleiereulen beringt. Hierzu wurde erste die Einflugöffnung mit einem passenden Holzstück geschlossen, die Küken vorsichtig aus dem Nistkasten entnommen und in einem Eimer mit speziellem Deckel nach unten zum Tisch transportiert. Dort wurden sie einzeln entnommen, beringt, gewogen (an einer ‚Hängewaage‘) und gemessen. Nach circa 10 Minuten wurden die Küken zurück in den Nistkasten gesetzt. Direkt nach der Rückkehr in den Kasten lagen die Küken auf dem Rücken, mit ausgestreckten Füßen und fauchten laut – dies ist eine gute Strategie zur Verteidigung, denn werden sie angegriffen, können sich die Küken direkt mit ihren scharfen Krallen attackieren. Das zweite Küken hatte relativ schnell herausgefunden, dass die Gefahr gebannt ist, nachdem die Nistkastenöffnung wieder geöffnet wurde.


Das ältere Küken trägt seinen Ring links und hat die Ringnummer 5586-1601. Es wog 320 g.
Das jüngere Küken trägt seinen Ring rechts und hat die Ringnummer 5586-160. Es wog 330 g.
Beide Schleiereulen haben ein gutes Gewicht für ihr Alter. Die Ringe wurden deshalb an unterschiedlichen Seiten platziert, sodass man die Küken, wenn sie sich mehr im Nistkasten umherbewegen, einfacher auseinander halten kann.


Der Zeitpunkt des Beringens wurde so gewählt, dass die Küken noch etwas jünger sind, um zusätzlichen Stress zu vermeiden. Jedoch kann man zu diesem Zeitpunkt dann noch nicht ausmachen, ob es sich beiden Küken um Männchen oder Weibchen handelt.


Warum wurde eigentlich beringt? Ohne die Daten, die durch das ringen gesammelt werden können, weiss man wenig über die Aktivitäten der Schleiereulen, wo sie sich niederlassen, wie alt sie werden etc. Mit zusätzlichen Informationen, die langfristiger gesammelt werden, kann man die Schleiereulen besser schützen. Deshalb wird die verhältnismäßig kurze Störung des Nestes hierfür in Kauf genommen.

 

Screenshots eingereicht von Margot K., Petra G., Sigrid L. und Gitta.

Beringen- 24/06/2020

Laut VBN sollen auch die Schleiereulenküken beringt werden. Wann es so weit ist, wurde jedoch noch nicht bekannt gegeben.

Nahrungstechnisch sah es laut VBN  gestern noch noch ausreichend aus; diese Nacht haben die Schleiereuleneltern dann bis 2:38 Uhr insgesamt 8 Mäuse zum Nistkasten gebracht - jeweils 3 wurden von den Küken direkt aufgefressen und 2 Mäuse wurden vorläufig eingelagert. 

Die warmen Temperaturen könnten für die Küken anstregend werden, jedoch befindet sich der Nistkasten in Scheune mit Heu, nicht in der prallen Sonne, und bleibt somit wahrscheinlich kühler als Nistkästen, die in Gebäuden mit Wellplatten-Dächern.

Ein Video von gestern, als die beiden Küken den Nistkasten erkundet haben (zusammengeschnitten von VBN, daher der niederländische Untertitel):

 

Das dritte Küken hat es nicht geschafft- 22/06/2020

Das dritte Küken hat es leider nicht geschafft und ist am Wochenende gestorben. In diesem Blog versuchen wir, einige der Ereignisse zusammenzufassen.

Fütterung

Seit dem 12.6. hat das Weibchen nicht mehr gefüttert und alle Küken haben selbst gefressen. Bis zum 11.6. hat das Weibchen die jüngeren Küken mit Beutestücken versorgt.

Dies ist die Anzahl der Mäuse, die eigenständig von den Küken gefressen wurden:

 

Küken 1

Küken 2

Küken 3

4-6-2020

1

 

 

5-6-2020

 

 

 

6-6-2020

3

1

 

7-6-2020

2

1

 

8-6-2020

4

2

 

9-6-2020

4

3

1

10-6-2020

3

1

 

11-6-2020

5

1

 

12-6-2020

5

2

 

13-6-2020

4

2

1

14-6-2020

8

3

3

15-6-2020

2

3

3

16-6-2020

3

2

2

17-6-2020

3

3

2

18-6-2020

1

1

 

 

Die Beobachtungen von VBN zeigen, dass das älteste und größte Küken ordentlich gefressen hat – vor allem zwischen dem 12. Und 14.6. hatte es deutlich den Schnabel vorne, wenn es um die Nahrungsverteilung ging. Küken 2 und 3 liegen in diesen Tagen deutlich weiter hinten, haben aber an einigen Tagen vergleichbare Rationen an vollständigen Mäusen gefressen. Es wurde beobachtet, dass das Weibchen verhältnismässig früh schon an der Nahrungssuche beteiligt war – in der späteren Phase, ab dem 6.6., war vor allem das Weibchen der Elternteil, der die meiste Nahrung zum Nistkasten brachte (es ist nicht klar, ob ausserhalb der Sichtweite eine Übergabe durch das Männchen stattfand).

Auch, wenn es nicht so aussah, war Küken 3 im Stande, selbstständig ganze Mäuse zu fressen – mit viel Mühe und mehreren Anläufen, aber es war möglich. Jedoch sah die Nahrungssituation am 18.6. durch das schlechte Wetter schlecht aus. In solchen Momenten kann ein Küken, welches entwicklungstechnisch deutlich schwächer ist, sich nicht gegen die Größeren durchsetzen und so ist das jüngste Küken an dem Tag leer ausgegangen. Später ist es ihm mit viel Mühe gelungen, eine Maus zu fressen, aber das jüngste Küken sah nach der längeren Zeit ohne Nahrung geschwächt aus.

Einen Tag nach dem die oben stehenden Informationen von VBN veröffentlicht wurden, war klar, dass das dritte Küken, trotz aller Hoffnungen, es leider nicht geschafft hat. Letzten Endes war der Entwicklungsrückstand zu groß und das Küken zu geschwächt, um weiter zu kämpfen.

Warum haben die Eltern dem dritten Küken nicht extra Aufmerksamkeit gegeben?

Bei Schleiereulen ist es so, dass geschwächte Küken meist keine extra Unterstützung durch die Eltern erhalten – diese konzentrieren sich auf die älteren und stärkeren Küken, die die größte Überlebenschance haben. In Situationen mit wenig Nahrung ist es für sie wichtig, dass nicht alle Küken geschwächt werden, daher erfolgt dann keine „angepasste Verteilung“.

Warum VBN nicht eingreift

Auch wenn viele Zuschauer es nicht einfach finden, so etwas mit anzusehen, sagt VBN selber aus, dass in solchen Situationen nicht eingegriffen wird. Nach eigener Aussage verstösst dies gegen ihr Prinzip, sie plädieren für eine Vogelpopulation, die sich selbst in Stand halten kann. Letztendlich wäre nicht gut, wenn alle schwächeren Tiere überleben und bei der Fortpflanzung die Population insgesamt abschwächen. Die Schleiereulenpopulation in den Niederlanden steht inzwischen recht gut dar und kann sich selbst gut aufrecht erhalten, ohne dass alle schwachen Küken künstlich beigefüttert werden. Ebenso sagt VBN aus, dass es wenig Sinn hätte, zum Beispiel extra Mäuse an das dritte Küken zu „übergeben“ (indem man sie beispielsweise in den Kasten legt, dies wurde von Zuschauern in den Niederlanden suggeriert) – das dritte Küken zeigte einen deutlichen Wachstumsunterschied und hätte strukturell mehr Hilfe benötigt, um aufzuholen. Ein regelmässiges Eingreifen hätte - neben dem Verstoss gegen die Prinzipien - auch Stress für das ganze Nest bedeutet.

(Allgemein sagt VBN zu dem Webcams, dass diese die Natur zeigen sollen, so wie sie überall - ungesehen von uns - stattfinden kann. Das Beringen mancher Tiere zu wissenschaftlichen Zwecken (die dem Schutz und der Förderung der Populationen dienen) stellt die einzige Ausnahme dar.)

Was passiert mit dem toten Küken

In der Natur wird nichts verschwendet – so ist es bei Schleiereulen üblich, dass tote Küken von den verbliebene Küken gefressen werden, denn es kann wertvolle Nahrung bieten. Klappt dies nicht, weil der Leichnam zu groß ist, um ihn in einem Mal aufzufressen, wird er ggf. liegen gelassen.

Küken 1 und 2 scheinen jedoch gesund und kräftig zu sein. Sie bewegen sich im Nistkasten umher (auch schon hinter die Abtrennung), üben das Fixieren mit drehenden Kopfbewegungen und wenn sie sich strecken, kann man sehen, dass bereits die ersten richtigen Federn an den Flügeln hervorkommen.  

 

Screenshot einer der adulten Eulen- 17/06/2020

Hier ein Screenshot, der zeigt, dass die Elterntiere noch zum Kasten kommen. Aufgenommen am 16.6. um 23:22 Uhr. Eingereicht von Ben G.

Wo sind die Eltern?- 15/06/2020

Wir bekommen viele Fragen, wo die Schleiereulen-Eltern sind und ob die Küken nicht mehr versorgt werden. Es gibt jedoch keinen Grund zur Besorgnis.

Am 13. Juni waren die Küken das erste Mal tagsüber alleine zuhause. Sie sind mittlerweile groß genug, um eigenständig zu fressen, was heisst, dass das Weibchen jetzt häufiger über Tag an einem anderen Ort verweilt. Versorgt werden sie trotzdem gut: Um 23:22 Uhr brachte das Männchen die zweite Maus dieser Nacht; um 3:30 Uhr morgens am 14. Juni, wurde die 15. und letzte Maus der Nacht gebracht. Die Küken werden also weiterhin versorgt, nur hat sich der Zeitrahmen, in dem Fütterungen stattfinden, verschoben.

Wie es auch bereits bei Waldkauz und Steinkauiz der Fall war, werden die Küken nun in anderen Frequenzen gefüttert und dann die nachtaktive Lebensweise der Eule gewöhnt. 

Kükenentwicklung & Screenshots- 10/06/2020

Die Küken entwickeln sich schnell – sowohl von Größe und Gewicht, als auch vom Aussehen her. Am 7. Juni sah der Stand in etwas so aus:

K1: 16,6 Tage alt, Idealgewicht 175 g
K2: 14,8 Tage alt, Idealgewicht 147 g
K3: 11,2 Tage alt, Idealgewicht 96 g


Dies erklärt auch, warum das erste Küken fast doppelt so groß und schwer erscheint, als das dritte Küken.


Wie ergeht es dem dritten Küken? Es hat – trotz der kleineren Größe – den Vorteil, dass es nur zwei Geschwister hat. Oftmals sind Schleiereulen-Gelege größer und der Konkurrenzkampf unter den jungen Eulen härter. So bleibt nun schneller Nahrung übrig und die Chance ist geringer, dass eines de Küken bei der Fütterung übersehen wird. Man kann beobachten, dass das Weibchen auch des Öfteren Küken Nr. 3 aufsucht, um es zu füttern. Ebenso ist Küken 3 recht clever und schnappt sich mit schlauen Laufaktionen ab und zu den ersten Platz bei der Fütterung. Solange die Wachstumsunterschiede nicht zu groß werden, hat es also gute Chancen, auch wenn es etwas hinterliegt.
Jedoch ist es wichtig, dass die Abstände nicht zu groß werden. In dieser Phase wachsen alle Küken gleich schnell, ca. 14 g pro Tag, und benötigen entsprechend mehr Nahrung, ca. 60 g pro Tag. Je nach Mäuseart sind dies 3-7 Mäuse. Die Eltern müssen sich also anstrengen und die Beutegegebenheiten müssen ebenso günstig sein.


Jetzt in der dritten Woche werden die Küken mobiler und agiler. Sie benötigen noch die Flügel als Laufhilfe/Balancehilfe, diese Notwendigkeit nimmt aber immer mehr ab. Auch wird langsam die herzförmige Gesichtszeichnung sichtbarer und Ende der dritten Woche sollten auch die Augen der Küken vollständig geöffnet sein.

Eingereicht von Petra W., Petra G., Heike K.-E., Ingrid R., N. Ruthe, Petra G., Gitta, Anja F., Katja H. und Rolf G.:

2 Küken- 25/05/2020

Die ersten zwei Küken sind geschlüpft. Das erste Schleiereulenküken schlüpfte am 22. Mai und das zweite folgte einen Tag später.


Foto eingereicht von Carola M.


Foto eingereicht von Heike K.

 

3. Ei und Ausbrüten- 28/04/2020

Das dritte Ei wurde am 26. April gelegt.

Für die Schleiereulen hat die Phase des Ausbrütens bereits begonnen. Eine ruhige Phase von durchschnittlich 30 Tagen – das Weibchen brütet die Eier aus, das Männchen sorgt für Nahrung.

Manch einer wird vielleicht beobachtet haben, dass Männchen seelenruhig schlief, während die Eier gelegt wurden. Das ist ein normalen Verhalten für Schleiereulen-Männchen. Circa zwei Wochen bevor das erste Ei gelegt wird sowie während der Eiphase selbst bleibt das Männchen mit im Nistkasten. Gegebenenfalls um zusätzlichen Schutz vor Eindringlingen zu bieten.

Nach dem Legen des ersten Eis wurde direkt mit dem Ausbrüten begonnen. Zwei bis drei Mal pro Stunde wendet es die Eier mit der Unterseite des Schnabels. Dieses Wenden der Eier ist für die Entwicklung sowie für eine gute Wärmeverteilung wichtig.

Das Weibchen brütet die Eier alleine aus. Sollte es jedoch der Fall sein, dass das Männchen zu wenig Nahrung zum Nest bringt, um das Weibchen adäquat zu versorgen, verlässt das Weibchen das Gelege. Bietet das Männchen hingegen eine sehr gute Versorgung, nimmt die Anzahl der Eier zu. Ist das Angebot übermäßig gut, kann es selbst zu zwei oder drei Nachgelegen kommen. Die Anwesenheit von Schleiereulen ist aus diesem Grund auch ein Indikator für das Vorkommen kleine Säugetiere.

Aktuell ist das Futterangebot, das vom Männchen geboten wird, jedoch eher mäßig. Dadurch kann es sein, dass das aktuelle Gelege eher klein bleibt. Eventuell sechs Eier? Wir müssen abwarten.

 

Zwei Eier- 24/04/2020

Am 21. April wurde das erste Ei gelegt. Gestern, am 23. April folgte das zweite Ei.

Im Gegensatz zu anderen Vogelarten. die wir mit den Webcams beobachten können, beginnen Schleiereulen sofort nach dem Legen des ersten Eis schon mit dem Ausbrüten. So werden die Küken auch in Abständen voneinander schlüpfen und im Laufe der Kükenphase unterschiedliche Entwicklungsstadien aufweisen.

Paarungen vom 14.4., 17.4. und 18.4., eingereicht von Michael R., Renate B., Kerstin K. & Katja M.:

 

Das erste Ei vom 21.4., eingereicht von Karo B. & Jürgen H.:

 

 

Das zweite Ei vom 23.4., eingereicht von Anka B., Winfried B., Sarah S. und Deby S.:

  

Erste Paarungen - 16/03/2020

Es hat etwas gedauert, doch letzte Nacht war es endlich soweit. Bei den Schleiereulen waren die ersten (drei) Paarungen zu beobachten.

 

Kennenlernen - 04/03/2020

Ein neues Jahr, eine neue Webcam. In diesem Jahr befindet sich die Kamera an einer ganz neuen Location und hat auch eine extra Scheuneneinstellung bekommen, sodass man noch mehr vom Geschehen mitbekommen kann. Es hat sich auch bereits ein Schleiereulenpaar in der Scheune eingefunden. Dies ist also unser Schleiereulenpaar 2020: