Webcam-Blog: Wanderfalke

 
 

Zwei missglückte Gelege mit je einem Ei? - 20/04/2018

Die Brutsaison in De Mortel können wir wahrscheinlich als misslungen ansehen. Durch die andauernden Auseinandersetzungen mit anderen Wanderfalken, die das Territorium übernehmen wollen, ist das Paar unruhig, gestresst und kann nicht die nötige Ruhe und Energie aufbauen.

Eine Zusammenfassung der Ereignisse:
Am 11. März ist das eigentliche Weibchen des Paars bei territorialen Gefechten umgekommen. Danach nahm das aktuelle Weibchen den Platz an der Seite des Männchens ein und das Territorium in Beschlag. Aber auch dann gab es weiterhin territoriale Auseinandersetzungen. Die dem Paar zusetzten – so sah man mehrfach einen Falken mit orangem, kodierten Ring sowie einen Falken mit einfachem Metallring.
Die Wanderfalken waren vor einiger Zeit fast aus den Niederlanden verschwunden, in den letzten fünfzehn Jahren hat der Bestand jedoch wieder ordentlich zugenommen. Mittlerweile sind es um die 200 Brutpaare, die jährlich im Durchschnitt drei bis vier Jungen zur Welt bringen. Von den 600-800 Jungvögeln sterben im ersten Jahr zwischen 60% und 80% - Gelege missglücken oder gehen verloren, Jungvögel sterben auf natürliche Art und Weise oder fliegen gegen Hindernisse….Die Ursachen sind unterschiedlich. Für jedes Gelege ist es jedoch eigentlich ausreichend, wenn ein Jungvögel überlebt – so ist der Fortbestand gesichert.
Mit den zunehmenden Bestandszahlen ist das Finden eines geeigneten Brutplatzes und Territoriums jedoch umso schwieriger. Und wenn eines gefunden ist, muss dieses gegen eine anwachsende Anzahl an Konkurrenten verteidigt werden. Am anfälligsten sind natürlich die Brutplätze in Toplage, wie zum Beispiel der 130 Meter hoch gelegene Nistkasten in De Mortel, an dem diese Webcam angebracht ist. An diesem Ort haben in den letzten dreizehn Jahren verschiedene Wanderfalkenpaare zahlreiche Jungvögel grossgezogen. Um den Nistplatz zu verteidigen ist eine top Kondition von Nöten. Oft kommen jüngere Wanderfalken vorbei, die das eingesessene Paar, wenn es in guter Kondition ist, souverän verjagen kann. Aber sie müssen konstant wachsam sein, zwischendurch verteidigen, paaren, Eier produzieren, Nahrung suchen und jagen..Alles zusammen ist sehr anstrengend. Wenn dann noch einer der Partner bei einem Gefecht verwundet wird, vergrössert dies den Stress natürlich, denn dann bleibt auch die Konkurrenz an der Sache dran.
In den letzten sechs Wochen hat das Wanderfalkenpaar so einiges an Unruhen erlebt. So liess sich einiges beobachten, dass darauf hinweist, dass es ggf. sogar drei Versuche gab, ein Gelege zustande zu bringen, welche alle missglückt sind.
Der erste Versuch erfolgt durch das Männchen und das ursprüngliche Weibchen. Untersuchungen des Körpers des Weibchen haben ergeben, dass es einen Brutfleck vorhanden und Eier im Körper vorhanden aufwies.
Der zweite Versuch erfolgt mit dem neuen Weibchen und begann Ostermontag. Aber auch dies ging schief, denn das Ei wurde in zu kurzer Zeit unter Stress, zwischen Auseinandersetzungen, gelegt.
Dieses erste Ei (und alle dahinterliegenden Eier) waren durch die zahlreichen Kopulationen der vorhergehenden zwei Wochen gut befruchtet. Das gelegt Ei sah somit auch vollkommen „fertiggestellt“ aus; es liegt auch immer noch in der Nistkuhle. Die Territoriumsgefechte gingen stetig weiter, sodass trotz mehrere Kopulationen kein zweites Ei folgte. Man nimmt also an, dass die folgenden Eier wieder durch den Körper aufgenommen wurden. Die Kopulationen von insgesamt zwei Wochen haben also in einem Ei resultiert, dass durch den Mangel an konsistentem Ausbrüten als verloren betrachtet werden muss.
Der dritte Versuch erfolgt am 16. April, an dem das zweite Ei gelegt wurde. Dieses Ei war fast weiss, mit einer dünnen Schale – vermutlich wurde das Ei zu früh abgestossen, sodass Farbe und Schale noch nicht vollständig entwickelt waren. Da es auf dem Gitter „gelegt“ wurde, war es auch sofort zerbrochen.

 Ob es zu einem vierten Versuch kommen wird, ist schwer zu sagen, da die Situation immer noch angespannt ist. Es bleibt abzuwarten.

Unruhen & ein Windei - 16/04/2018

Bei den Wanderfalken ist immer noch keine Ruhe eingekehrt - in den letzten Tagen gab es wieder erneute Attacken durch andere Wanderfalken (siehe Screenshots), weshalb das Weibchen zwischendurch sogar auf dem Gitter vor dem Kasten geschlafen hat (unten rchts), statt darin. Nun sieht es so aus, als hätte das Weibchen in der Nacht vom 15. auf den 16. April ein "Windei" auf dem Gitter vor dem Kasten (Kameraansicht 2) gelegt - es hatte nicht die typische rötliche Färbung, sondern war weiss. Auch die Form war nicht korrekt und es sah schnell beschädigt aus bzw. tropfte. Für ein "Windei" spricht auch, dass es nicht in der Nistkuhle beim anderen Ei gelegt wurde. Aber könnte es sein, dass doch noch weitere Eier folgen, wenn das Weibchen genug Ruhe finden kann?

Das Windei:

 

Weiterhin unruhige Verhältnisse - 09/04/2018

Die Brutzeit des Waderfalkenpaars scheint unter den anhaltenden Territoriumsstreitigkeiten zu leiden. Bisher gab es einiges an Drama: Zuerst ist das eigentliche "Weibchen des Hauses" bei Streitigkeiten umgekommen, dann wurde von dem neuen Weibchen lediglich ein Ei gelegt (in den Vorjahren waren es meist 3-4 Eier) und nun wird das einzige Ei nicht konstant bebrütet. Aufgrund der jeztigen Situation lässt sich leider nicht ausschliessen, dass aus dem verblieben Ei kein Küken schlüpfen wird. 

 

Das erste Ei ist da! - 03/04/2018

Trotz der unruhigen Verhältnisse in de Mortel, wo sich der Nistkasten befindet, wurde bei den Wanderfalken nun das erste Ei gelegt! Am 2. April um ca. 19:15 Uhr war es so weit.
Wir hoffen, dass das neu zusammengefundene Wanderfalkenpaar das Nest weiterhin gut verteidigen kann – denn es sind immer noch andere Wanderfalken in der Gegend.

Danke an dieser Stelle an Ingrid U., Jenny G., Werner K.S., Uta K., Werner K., Sina H., Manuela N, Isolde S. und Galaxia T. für das Zuschicken der Screenshots!

  

  

 

 

 

Neues Weibchen, neues Glück?  - 15/03/2018

Später am 12. März war es klar: das ursprüngliche weibchen des Nestes ist bei einem (Territoriums-)Kampf ums Leben gekommen. Jedoch hat das Wanderfalken-Männchen bereits eine neue potenzielle Partnerin gefunden (siehe Videohighlight), mit der bereits auch eingie Beuteübergaben stattgefunden haben. Wie es hier weitergeht, bleibt dann noch abzuwarten - es könnte aber durchaus sein, dass wir dieses Jahr trotzdem noch ein Gelege miterleben können.

 

Verwirrung und offene Fragen12/03/2018

Während des Wochenendes gab es Unruhe: wiederholt wurden fremde Wanderfalken beim Nistkasten - und sogar darin - gesichtet. So besuchte ein fremdes beringtes Weibchen am 11. März den Nistkasten und hat es heute Morgen sogar geschafft, das Männchen für eine gewisse Zeit aus dem Kasten vertrieben. Das ursprüngliche Weibchen wurde seit dem 11. März nicht mehr gesichtet, während sich das Männchen zwischendurch immer wieder am Nistkasten beobachten lässt. Noch ist fraglich, was nun passieren wird: Kehrt das Weibchen zurück? Sucht sich das Männchen eine neue Partnerin oder verlässt es den Nistkasten?

 

Es sieht gut aus 21/02/2018

Die Wanderfalken können regelmässig am Nistkasten/ Nest gesichtet werden - auch die ein oder andere Paarung wurde beobachtet. Es sieht also nach einem guten Start in die Brutsaison aus! 

 

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