Steinkauz (Athene noctua)

Steinkauz

Die Webcam-Saison 2016 ist nun offiziell beendet. Vielen Dank an diejenigen, die die erste Vivara Webcam-Saison mit uns miterlebt haben. Zusammen haben wir viel mit den von den Kameras beobachteten Vögeln miterleben können - Nestbau, Balz, Eierlegen, Ausbrüten, Jungen grossziehen...

Viele schöne Moment waren dabei; wir hoffen, Sie hatten viel Freude daran! Wir von Vivara hoffen, dass die Zusammenarbeit nächstes Jahr fortgesetzt werden kann, sodass wir Ihnen auch im Frühjahr 2017 wieder tolle Webcam-Übertragungen und Hintergrundinformationen hierzu zur Verfügung stellen können.

Neue Videos

Die Steinkäuze machen das Beste aus dem wechselhaften, mitunter schlechten Wetter - der Regen und Wind wird von mehreren Familienmitgliedern verwendet, um das Gefieder ausgiebig zu reinigen. Im Video zu sehen ist einer der Jungvögel, der das Gefieder in unterschiedlichen Positionen "waschen und föhnen" lässt.


 

Und auch wenn die Jungen breits gross genug sind, um selber Beute zu fangen, wird noch bei der Mutter gebettelt. Hier war dies jedoch erfolglos - nachdem die Mutter immer weiter vom Ast abgedrägt wird, flüchtet sie am Ende schnell in den Nistkasten, um Ruhe zu haben.

 

 

Sporadisch noch einmal da

Viel bekommt man die Steinkäuze nicht mehr unbedingt zu Gesicht. Jedoch waren sie gestern zwischendurch wieder im Nistkasten zu sehen. Dort wurde Schutz gesucht, ein wenig gekuschelt und dann - als Reaktion auf einen Ruf von draussen - wieder nach draussen gegangen.

 

Schon 50

Am 10. Juli waren die drei Jungen bereits 50 Tage alt. Es scheint als so, als würden sie nun definitiv das Band, dass sie mit dem Geburtsort verbindet, durchschneiden und eigene Wege gehen. Ab und zu kommt das ein oder andere Jungtier noch einmal zum Kasten, manchmal auch in Gesellschaft eines Bruders oder einer Schwester. Andernfalls wird der Aktionsradius immer grösser, sodass es genug andere Ruheplätze gibt, die genutzt werden können.

Es sind auch immer noch Beuteübergaben sichtbar, aber diese haben in der Frequenz und Anzahl rapide abgenommen – immerhin konnten wir sehen, dass die Jungen auch schon selber für Beute sorgen können. Der erste Tag ohne Beuteübergabe wird wohl nicht mehr allzu weit weg sein.

 

Futterneid

6. Juli, frühe Morgenstunden: Eines der Steinkauzjungen kommt mit einer selbstgefangenen Maus zum Nistkasten. Es will aber nicht mit den Geschwistern teilen, so werden die anderen aus dem Kasten verjagt bzw. davon abgehalten, der Maus zu nahe zu kommen und sie zu fressen. Nach vier Stunden erfolgreicher Verteidigung erwischt doch eines der Geschwister ein Stück Mäuseschwanz als kleinen Snack.

 

Gut aufgepasst

Die Steinkauz-Jungen achten genau auf ihre Umgebung und die Geräusche in der Nähe. Hier zu sehen ist, wie sie alle drei direkt in den Kasten gehen, als Krähen in der Nähe sind. Sicher ist sicher. Sie finden sich jedoch auch ebenso schnell vor dem Kasten ein, wenn der Vater mit frisch gefangener Beute vor der Tür steht.

 

Gefürchteter Prädator, Jäger & Sammler oder König der Bauernlandschaft?

In der Vogel-Literatur werden die Steinkäuze den Eulen zugeordnet, den nachtaktiven Greifvögeln. Es sind Jäger, die ihre Beute überraschend oder nach einer kurzen Verfolgungsjagd mit ihren Klauen greifen und mit einem Biss in den Hals töten.  Das Predikat Greifvogel ist verständlich, wenn man einen Waldkauz oder einen Uhu betrachtet. Kräftige Füsse und Klauen, ein prächtiger Schnabel und geräuschloser Flug machen diese Vertreter einen gefürchteten Jäger von Mäusen, Vögel und anderen kleinen Säugetieren. Der Uhu beispielweise macht auch vor grösseren  Tieren, wie Igel, Ratten, Kaninchen, Tauben usw.

Wie passen Steinkäuze dazu? Wenn man die Beuten betrachtet, die die Steinkäuze zu sich genommen haben, erkennt man auch die stattliche Anzahl Mäuse. Diese können sie also scheinbar gut fangen, zum Teil mehrere an einem Abend. Betrachtet man jedoch die vollständige Beuteliste, so sehen wir, dass diese grösseren Beutetiere eher einen kleinen Teil der Ernährung ausmachen. Nicht einmal vier Prozent der Nahrung bestand aus Mäusen. Dies wurde auf Basis der in den vergangenen Monaten zusammengetragenen Beutestatistiken interpretiert. Das grösste Teil der Beute bestand aus Kleintieren, wie Larven, Raupen, Schmetterlinge, Maikäfer und Regenwürmer. Damit begibt sich der Steinkauz eher auf eine Höhe mit kleineren Vögeln wie Kohlmeise und Amsel – nicht auf der der gefürchteten Jäger. Die Qualifikation „ Prädator“ scheint dann auch beinahe irreführend und eventuell selbst etwas anmassend? Jäger & Sammler erscheint eine passendere Bezeichnung für das Jagd- und Ernährungsverhalten der Steinkäuze; sie gehen sowohl auf die Jagd nach Kleintieren, aber bedienen sich auch kleiner, leicht findbarer Beute .   

Und doch verdient der Steinkauz den Titel “Prädator”. Es mag zwar sein, dass er, wie auch Amsel und Kohlmeise, viele Raupen und Würmer vertilgt, jedoch müssen Amsel und Kohlmeise auch aufpassen, dass sie nicht auf dem Teller des Steinkauzes landen.  Steinkäuze fangen auch junge braune Ratten, grosse Wald- und  Wühlmäuse – Beutetieren, die ein Gewicht bis zu einem Drittel des Eigengewichtes des Steinkauzes aufweisen können.  Um diese fangen zu können, muss man schon  einiges drauf haben. Ob nun Maus, Käfer oder Raupe – der Steinkauz kann sich vierlerlei Beute bedienen;  der Ehrentitel  “König der Bauernlandschaft “  ist dann auch passend. Dass der Steinkauz sich bei Besuch eines Marders oder Waldkauzes zurück zieht, tut dem keinen Abbruch. Manchmal ist es halt sinnvoller und bedachter, Gefahr auszuweichen. 

 

Rekapitulation der Steinkauz-Brutsaison

 

Bei den Steinkäuzen können wir auf eine sehr erfolgreiche Brutsaison zurückblicken. Das Elternpaar hat genau das getan, worauf wir gehofft hatten – sie haben vier gesunder, kräftige Jungen aufgezogen. Ab Mitte Februar konnten wir dies live beobachten, von den ersten Balzversuchen bis hin zum heutigen Tag, wo die Jungen immer selbstständiger werden.

Die Eier

Was mussten wir anfangs warten, bis endlich die Eier gelegt wurden! Allerdings kann dies auch daran gelegen haben, dass die Webcams früher aktiv waren, als der durchschnittliche Zeitpunkt, an dem Steinkäuze mit dem Eierlegen beginnen.  Trotzdem war die Zeit bis dahin nicht langweilig; man konnte beobachten, wie liebevoll das Elternpaar miteinander umging.

Das erste Ei wurde am 20. April gelegt. Das ist fünf Tage später, als der Mittelwert für 2016, welcher auf den 15. April fällt. Berücksichtigt man hierbei das Schaltjahr, so liegt der Durchschnittswert für dieses Jahr beim 16. April (ein Tag früher als der langjährige  Mittelwert 1998-2015, welcher den 17. April als Eierlege-Beginn definiert). Das frühste Legedatum 2016 war übrigens der 3. April, das Letzte am 6. Mai. [Diese Statistiken sind zusammengetragen von der Arbeitsgruppe STONE und gelten für 80 untersuchte Gebiete; dies entspricht ca. 20% der geschätzten Steinkauzpopulation im Untersuchungsgebiet der Arbeitsgruppe.] 

Gelegegrösse

Die Arbeitsgruppe STONE konnte von 67 Gelegen die vollständige Gelegegrösse erfassen. Auch diese entsprach 2016 der normalen Grösse, mit 3,88 Eiern pro Gelege. Der langjährige Mittelwert im STONE Untersuchungsgebiet liegt bei 3,91 Eiern pro Gelege. Die individuellen Gelegegrössen variierten hierbei von ein bis sieben Eiern. „Unsere“ Steinkäuze, die wir per Webcam verfolgen könnten, gehörten mit einem Gelege von vier Eiern der Mehrheit an; insgesamt 24 Nester konnten vier Eier vorweisen (Rang 2: drei Eier; Rang 3: fünf Eier).

 Bruterfolg

Ziel der Fortpflanzung ist es natürlich, gesunde Jungen das Nest verlassen zu sehen. Der Bruterfolg kann somit ausgedrückt werden in Gelegeerfolg, die Anzahl ausgeflogener Jungen und der Eierfolg.

Gelegeerfolg

Hierunter versteht man den prozentuellen Anteil der erfolgreichen Gelege, in Relation zu allen Gelegen. Ein Gelege ist dann erfolgreich, wenn mindestens ein Jungvogel ausfliegt.  Dies ist nicht selbstverständlich; gerade in schwierigen Saisons kann es vorkommen, dass das Nahrungsnagebot nicht ausreichend ist, um die Jungen gross zu ziehen. Bei Steinkäuzen missglücken jährlich circa 25-30% aller Gelege. In der Untersuchungsregion von STONE waren 75,6% aller Gelege erfolgreich, was über dem langjährigen Mittelwert von 72,3% liegt.

Wenn ein Gelege missglückt, geschieht dies am häufigsten in der Eiphase, während des Brütens., beispielsweise wenn die Eier nicht richtig befruchtet wurden oder der Embryo vor dem Schlüpfen stirbt. Es kann auch vorkommen, dass Männchen und/oder Weibchen das Nest während des Brütens verlassen oder umkommen. Es gibt auch Nester, bei denen das Gelege in der (frühen) Jungenphase missglückt. 

Ausgeflogene Jungvögel

Um den Erfolg der ausgeflogenen Jungvögel zu messen, wird die Anzahl der ausgeflogenen Jungen pro Brutpaar pro begonnenem Gelege berechnet, inklusive der missglückten Gelege.

Dieses Jahr hat die Gruppe STONE 78 Nester/ Gelege ermittelt, bei denen durchschnittlich 2,56 Jungen ausgeflogen sind.  Auch dies ist überdurchschnittlich, so liegt der Durchschnitt der vergangenen Jahre bei 2,13 ausgeflogener Jungen pro Nest. In 2015 waren dies beispielsweise nur 1,67 ausgeflogene Jungen pro Gelege.

Eierfolg

Es konnte eine überdurchschnittliche Anzahl ausgeflogener Jungen festgestellt werden, während die Anzahl Eier pro Gelege eher durchschnittlich war. Das bedeutet, dass das Verhältnis zwischen gelegter Eier und ausgeflogenen Jungen besser war – die Erfolgsquote war höher. Diesen Wert beschreibt der Eierfolg.  

Wenn man die 67 Nester, bei denen STONE die Gelegegrösse feststellen konnte, resultierten 64,6% der gelegten Eier in erfolgreich ausgeflogenen Jungvögeln.   Damit ist 2016 das beste Jahr in punkt junge Steinkäuze seit 1998 und selbst besser als das bisherige Topjahr 2014 (63,6%).  Der langjährige Mittelwert über 1998-2015 liegt bei 53,1%, also ein ganzes Stück niedriger. Im Jahr 2015 war der Eierfolg nur 44,5% - auch ein deutlicher Unterschied zu diesem Jahr. Der diesjährige Erfolg ist der geringen Anzahl nicht geschlüpfter Eier und einer sehr niedrigen Sterberate der Jungen zuzuschreiben (in 2015 war diese deutlich höher).

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Futter und Kondition

Futter

Bei der Aufzucht der Jungen dreht es sich deutlich um das Futter – die hungrige Meute möchte natürlich gut versorgt werden. Via Webcam konnten wir dieses Jahr beobachten, wie das von statten ging; es wurden beeindruckende Mengen an Futter zum Nistkasten gebracht.  Ob Maus oder Maikäfer -  die Küken konnten nicht klagen. Dadurch, dass die Webcam 24?7 überträgt, kann man besser erkennen, welche Futterquellen genutzt werden, bei andere Nestern ist dies nicht der Fall. Um dennoch einen eingeschränkten Eindruck des Nahrungsangebots zu bekommen, notiert die Gruppe STONE bei den Nistkastenbesuchen, welche Nahrungsrest sie zu diesem Zeitpunkt vorfinden (z.B. Reste von Mäusen und Fröschen). Diese Erfassung bietet natürlich nur wenig Einsicht und lässt sich nicht generalisieren, denn es bleiben immer Kleinbeuten wie Käfer,  Raupen Regenwürmer, ausserhalb des Bildes. Mäuse jedoch sind ein sehr wichtiger Faktor für den Bruterfolg, sodass die wenige Informationen, die zur Verfügung steht, trotzdem hilfreich sein kann.

Das Erfassen der gefütterten Mäuse gibt einen Eindruck  das Angebots und der Vielfalt der Mäusearten. Wenn man die Anzahl der Mäuse korrigiert, auf Basis von Findbarkeit (bei einem Gelege mit kleineren Küken ist die Chance, Überreste zu finden grösser, als bei grösseren Küken) , kann man die Jahre untereinander vergleichen.

Die Erwartungen waren hoch, da das grosszügige Angebot an Eicheln im vergangen Herbst und der warme Winter günstige Konditionen für den Bestand der Waldmäuse (eine Leibspeise der Steinkäuze) geliefert haben. Dies schien sich auch zu bewahrheiten, denn insgesamt wurden 233 Resten von Mäusen gefunden, bei denen die Waldmaus mit 103 Exemplaren den ersten Platz ausmachte. Die Feldmaus belegte mit 75 Exemplaren Platz 2, während Platz 3 mit 27 Exemplaren von der Rötelmaus belegt wurde. 

Kondition

Wie liess sich das gute Nahrungsnagebot in Gewicht und davon abgeleiteter Kondition der Jungen feststellen? Bei allen Nestbesuchen hat die Gruppe STONE die Küken gewogen. Das festgestellte Gewicht wird durch den Referenzwert dividiert, sodass das Verhältnis zwischen Referenzgewicht und tatsächlichem Gewicht festgestellt werden kann. Hierbei wird das Alter der Küken berücksichtigt. Ist der Index 1,0, so entspricht das gemessene Gewicht dem Referenzgewicht; der Mittelwert von 1998-2015 lag sogar bei 1,0.

In dieser Saison fiel auf, dass die Küken in den meisten Fällen ein gutes Gewicht aufwiesen, manche lagen sogar über dem Referenzgewicht.  So wiesen vieler der Küken bei einem Alter von 20 Tagen schon ein Gewicht auf, das für ein Alter von 30 Tagen üblich ist. Das schwerste Küken hatte ein Gewicht von 202 g, circa 50 g schwerer als das Referenzgewicht.

Der Mittelwert von 2016 ist 1,08 (basiert auf Werten, die beim Beringen erfasst wurden).  Somit waren die Jungen circa 8% schwerer als der Referenzwert angibt. Es schien ihnen also überaus gut zu gehen.  Dieser Wert entspricht dem des Topjahres 2014.

Die Webcam-Küken wiesen sogar einen Wert von 1,09 auf – die Eltern haben sie somit gut versorgt!

Man kann also schliessen, dass nicht nur viele Jungen ausgeflogen sind, sondern dass diese auch eine sehr gute Kondition aufweisen konnten. Dies bietet eine gute Aussicht auf die Überlebenschancen der ausgeflogenen Jungen und macht die Saison 2016 zu einer sehr guten Brutsaison.  

 

 

Erste eigene Beute & gute Neuigkeiten


30. Juni ca. 21:50. Ein junger Steinkauz kommt erstmals mit erbeuteter Maus zum Nistkasten, nimmt diese mit nach drinnen, frisst etwas (der Rest wird ordentlich in die Ecke gelegt) und verlässt den Kasten 12 Minuten später dann wieder. Das scheint mit der eigenen Jagd dann doch schon ganz gut zu klappen?

Und gute Nachrichten: Auch wenn das offizielle Ende des Webcam-Projekts der 1. Juli ist, bleiben einige der Kameras noch aktiv!

Bis Ende Juli aktiv bleiben: Storch, Gartenvögel, Brandseeschwalbe

Solange man noch die Vögel beobachten kann/ solange Aktivität beobachtbar ist, bleiben aktiv: Eisvogel, Steinkauz, Schleiereule

 

 

Neue Videos

Die jungen Steinkäuze waren fleissig bei den Flugübgungen - mittlerweile können sie auch schon gut zu anderen Ästen hinüberfliegen. Wenn also einer der Ästlinge nicht zu sehen ist, hat er sich vermutlich woanders hin begeben (aber immer noch in der Nähe des Kastens).

 

Die Steinkauz-Familie ist von Anfang an schon dadurch aufgefallen, dass sie sehr liebevoll miteinander umgingen und viel kuscheln.
Auch jetzt, wo die Jungen langsam erwachsen werden, wird dies noch getan: Wie hier zu sehen, gibt es nach Futterübergabe eine Runde Kuscheln & Kraulen mit der Mutter.


 

Hotel Mama

Hotel Mama ist eine symbolische Bezeichnung dafür, dass "Kinder"immer länger bei ihren Eltern wohnen bleiben. Auch bei "unseren" Steinkäuzen scheint dies so zu sein. Sie sind schon älter als dreissig Tage (39 Tage), aber scheinen noch keinerlei Anstalten zu machen, das Elternhaus zu verlassen. Sie haben es natürlich auch gut, inkl. fürsorgender Eltern, die noch immer Beute bringen. Der Komfort scheint somit dem Abenteuerdrang überlegen. Die Kombination eines sicheren, grossräumigen Nistkastens - welcher auch als Ruheplatz verwendet werden kann - und der Baum, der genug Auslauf und Platz zum Aufwachsen bietet, scheint zur Zeit noch die perfekte Umgebung für die Jungen zu sein. Hier können sie noch in Ruhe ihre Fähigkeiten verbessern, wie Rennen, Fixieren, Klettern, Fliegen, Gefahren einschätzen und und und. Und dies alles noch unter dem wachenden Auge der Eltern, welche - auch wenn nicht immer sichtbar - immer in der Nähe sind und die Jugne nvor Gefahr warnen können.

Und doch werden die Eltern die Jungen bald versuchen zu motivieren, das Territorium zu erkunden und den vertrauten Baum hierfür zu verlassen. Denn auf diesen Ausflügen sollen die Jungen das Jagen lernen und selbstständiger werden. Das können sie natürlich nicht, wenn sie immer im und um den Nistkasten herom hocken und sich versorgen lassen.Im Zweifelsfall können die Eltern dies erzwingen, indem sie einfach weniger Nahrung zum Kasten bringen.

Später werden die Jungen dann immer selbstständiger und unternehmen längere Ausflüge innerhalb udn ausserhalb des Territoriums. Im Spätsommer werden sie das elterliche Territorium definitiv verlassen, um sich hoffentlich an andere Stelle erfolgreich ein Leben aufzubauen.

Mittlerweile ist auch die letzte offizielle "Webcam-Woche" angebrochen. Aber wir haben gute Neuigkeiten für alle Zuschauer: Solange noch Steinkäuze zu sehen sind, bleibt die Kamera aktiv, auch wenn der 1. Juli schon vorbei sein sollte!


 

Frohes Treiben vor und im Nistkasten

Mittlerweile tummeln sich die drei Ästlinge munter vor dem Nistkasten, aus dem Dach des Kastesn oder auch wieder drinnen umher. Es wird noch viel erkundet & fokussiert, aber auch die Fütterung findet jetzt zwischendurch draussen statt.
Wie man in einem der Videos sieht, ist einer der Steinkauz-Ästlinge voller Übermut vom Ast gefallen - kein Problem jedoch, so kam er nach kurzer Zeit rechts unten wieder den Baum hochgeklettert. Dies tun die jungen Steinkäuze unter Einsatz von Schnabel und Klauen - und sind dabei recht flott. Hier finden Sie ein Video davon, wie ein Waldkauz-Ästling einen Baum hochklettert; so ähnlich findet dies auch bei Steinkäuzen statt.

 

Alle drei Küken haben sich nach draussen gewagt

 

Zweites Küken draussen gesichtet

 

Küken verlässt Kasten zum ersten Mal

Gestern, am 21. Juni 2016, hat zum ersten Mal eines der Küken den Nistkasten verlassen und sich nach draussen auf den Ast gewagt. Dort wurde mit den Flügeln geflattert, gelaufen, gehüpft, fixiert, die Umgebung genau betrachtet - und auch gefresen, dann passenderweise wurde zu der Zeit auch eine neue Beute herangetragen, die direkt vom Jungen in Empfang genommen wurde. Ein gelungener erster Schritt nach draussen!

 

 

Tischmanieren

Genau wie Menschenkinder müssen junge Steinkäuze erst lernen, wie man ordentlich und gesittet isst. Wir lernen zum Beispiel, wie man richtig mit Messer und Gabel isst, Steinkäuze jedoch müssen vor allem lernen, wie die Beute richtig zerlegt wird.

Bei Maikäfern sollten zuerst die harten Panzerteile entfernt werden, immerhin sind in diesen auch kaum brauchbare Nährstoffe enthalten. Dieser "Handgriff" ist nicht wirklich schwer, muss aber doch vorher mal geübt werden, damit er einfach "von der Hand" geht. Regenwürmer können am besten schlürfend vertilgt werden, wie Spaghetti. Dies bedarf kaum Übung und ist sehr einfach; dies können die Küken bereits ganz am Anfang. Kleine Mäuse oder Spitzmäuse können mit einer Biss-Schluck-Bewegung vertilgt werden; grössere Mäuse müssen erst in verzehrfertige Stücke zerlegt werden. Am besten wird hierbei am Kopf begonnen, andernfalls müssen die Jungen sehen, wie sie den instabilen, schmal zulaufenden Schwanz der Maus zuerst schlucken können. Das ist nicht wirklich praktisch. Wie man es richtig macht, haben sie zudem bereits bei der Mutter sehen können.

Vögel sind am schwersten zu verspeisen. Ab und zu stehen diese jedoch auf dem Speiseplan. Das Unpraktische ist, dass an erbeuteten Vögeln natürlich Federn sitzen, die erst entfernt werden sollten. Dasselbe gilt für die Flügel - diese können am besten direkt entfernt werden. Diese Entscheidungen und Vorgänge bedürfen jedoch gewisser Einsicht in die Materie - etwas, das die jungen Käuze natürlich noch nicht in diesem Masse haben. Stattdessen versuchen sie, erbeutete Vögel ebenso wie die Mäuse herunter zu schlingen, von Kopf bis Fuss. Allzu schlau ist das jedoch nicht. Auch in Federn befinden sich kaum wertvolle Nährstoffe, was der Grund ist, warum Vogeljäger wie Sperber und Co. die Federn erst entfernen. All die unverdaubaren Federn müssen irgendwo auch wieder raus - in Form von Gewölle. Auch die Produktion dieser Gewöllestücke kostet Energie, ggf. mehr als die Mahlzeit ursprünglich eingebracht hat.

ES gibt für die Jungen also definitiv noch das ein oder andere zu lernen, bevor sie sich selbstständig machen und das Nest verlassen können.

 

Angepasster Speiseplan und Beringung

 

Die Woche der Wühlmaus

Während die Maikäfer scheinbar langsam zur Neige gehen, sind die Wühlmäuse wieder im Kommen. In der vergangenen Woceh wurden hiervon ganz 31 Stück verfüttert, also mehr als durchschnittlich vier pro Tag. Dazu kommen noch vier "wahre" Mäuse, was die Zahl der Mäuse während der Jungenzeit auf 86 Stück bring (68 Wühlmäuse, 18 "wahre" Mäuse). Die Fütterung der Mäuse hat jedoch nicht gleichmässig über die Zeit verteilt stattgefunden, sondern hatte ihre Höhen und Tiefen. Tage mit nur 1-2 Mäusen wurden abgelöst von Tagen mit 4-5 Mäuse. Top-Tage waren der 11. und 16. Juni mit jeweils 7 Mäusen - und natürlich der 12. Juni, an welchem ganze 12 Mäuse verfüttert wurden (erst 6 in den frühen Morgenstunden und 4 am frühen Abend).

Ein paar der Höhepunkte schienen mit den Mäharbeiten im Territorium zu korrelieren; dort wurde in der letzten Woche zweimal ein Teil des Grases gemäht. Die Anzahl der erbeutet Mäuse nahm danach direkt zu.Um zu untersuchen, ob hier tatsächlich ein direkter Zusammenhang besteht, wird nach einer "mäusearmen" Zeit noch einmal geplant das Gras gemäht. Werden danach auch wieder mehr Mäuse gefüttert, dann könnte man dies auch in Zukunft verwenden, um die Steinkäuze zu fördern:jede Woche einen kleinen Teil des Grases im Nistkasten-Territorium mähen und so dafür sorgen, dass regelmässig (mehr) Mäuse erbeutet werden können.

Was den Rest der Beute betrifft, so waren leider viele Mahlzeiten nicht eindeutig identifizierbar, da die Jungen die Sicht versperrt haben. Trotzdem konnten 62 Regenwürmer gesichtet werden (nicht verunderlich, bei dem Wetter). Wie schon gesagt: die Maikäfer gehen zur Neige; lediglich 15 Stück wurde in der letzten Woche gefüttert. Auch der erste Vogel wurde zum Nistkasten gebracht, mit allem drum und dran. Nicht die klügste Wahl, denn es kostet viel Energie, all die Federn zu verzehren, zu Gewölle zusammen zu pressen und dann wieder hoch zu würgen - es lohnt sich also nicht wirklich.

Beringt

Am 18. Juni wurden die drei jungen Steinkäuze beringt. Die Küken wurden morgens, gegen 10:26 Uhr, nacheinander vorsichtig aus dem Kasten geholt, in einen Baumwollbeutel gesetzt und nach unten getragen. Die Küken wurden einzeln wieder aus der Tasche geholt und vermessen.

Folgende Werte wurden festgestellt:

  • Küken 1: Ringnummer 3.817.162; Flügellänge 124 mm; Gewicht 171,2 g
  • Küken 2: Ringnummer 3.817.163; Flügellänge 119 mm; Gewicht 147,6 g
  • Küken 3: Ringnummer 3.817.164; Flügellänge 122 mm; Gewicht 156,5 g

Die Flügellänge passte perfekt zu dem Alter der jungen Käuze, welche am Tag des Beringen bei 28 Tagen lag. Auch das Gewicht liegt überhalb des Referenzwertes für dieses Alter (145,1 g) - die Küken sind also kräftig, gesund und werden gut von den Eltern versorgt.

Um 10:56 Uhr ging es wieder zurück ins Nest.

 

 

Aussenwelt

Immer wieder richten die jungen Steinkäuze den Blick nach draussen - ob sie nun auch 'Fernweh' oder Wanderlust haben?

Kommenden Samstag werden die jungen Käuze beringt. Dann sind sie 28 Tage alt. Im Laufe der nächsten Woche können wir vielleicht schon das tapferste der Jungen - vielleicht auch doch schon ein oder zwei der beiden anderen - ausserhalb des Kastens erblicken. Dort geht dann die Erkundung der Aussenwelt weiter. Der grosse Birnenbaum bietet hierzu ausreichend Möglichkeit - denn hier haben sie starke Äste und einen guten Ausblick. Bei drohender Gefahre sitzen die Küken dann ganz schnell wieder im Kasten; praktisch.

Kurz darauf können wir uns schon mental auf das endgültige Ausfliegen der Jungen vorbereiten. Sie verschwinden dann definitiv aus dem Bild. Eine nicht ganz ungefährliche Zeit beginnt dann, obwohl die Küken in den ersten Monaten noch im Territorium der Eltern verbleiben. Aber auch gut, in der Zeit können sie dann noch das ein oder andere über das Erwachsenensein zu lernen. Das selbstständige Jagen ist hiervon ein äusserst wichtiger Bestandteil - wenn dies nicht erfolgreich absolviert wird, dann wird es nichts mit dem jungen Kauz.
Ebenso wichtig ist es zu lernen, wie man sich bei Gefahr zu verhalten und zu verbergen hat. Die Gefahr muss erst eingeschätztz werden können - eine nicht ganz einfache Aufgabe für die Eltern. Diese müssen vermitteln, dass man vor Hund, Katze, grösseren Greifvögeln und anderne natürlichen Feinden auf der Hut sein muss.

Die ersten Monate nach dem Ausfliegen formen somit eine kritische Zeit - wenn die Küken hieraus erfolgreich hervorgehen, sind sie auf jeden Fall gewappnet für das selbstständige Steinkauzleben.

So weit ist es noch nicht, aber es kommt mit grossen Schritten näher. Also lasst uns noch zusammen die letzte Zeit der Steinkauz-Jungen vor der Kamera geniessen!

 

Neues Video

 

Ungeduldig

Nicht nur die Wanderfalken, auch die Steinkäuze werden langsam flügge. Die Steinkauzjungen warten mittlerweile auch schon am Ausgang auf die Beuteübergabe und werfen hierbei direkt mal einen Blick auf die zukünftige Umgebung. Wie man in diesem Video sieht, heisst es danach auch schon einmal "schnell sein", denn nicht immer wird die Beute dann auch an der Haustür abgegeben - die Geschwister sollen schliesslich auch etwas bekommen.
Es wird aber bestimmt noch eine gute Woche dauern, bis das erste Junge das Nest verlässt.

 

1000 Käfer

Von dieser Steinkauz-Familie kann man sagen, dass sie geradezu Maikäfer-Fresser sind.  Wurden während der Eierlege- und Ausbrützeit bereits 219 Maikäfer erbeutet, so kamen in den ersten drei Wocken der „Kükenzeit“ ganze 781 hinzu – sodass heute, am 13.06., der Zähler auf 1000 gefressenen Maikäfern stand.

Lassen wir dies nochmals durch den Kopf gehen – 1000 Maikäfer, innerhalb weniger Wochen an einem Ort gefangen. Wie viele müssen dann wohl in der Gegend der Nistkastens, im Territorium „unserer“ Steinkäuze, herumfliegen? Es muss sich hier um eine wirkliche grosse Anzahl handeln.

In Baumschulen und Pflanzenzüchtereien werden Maikäfer meist als Plagegeister angesehen. Der Grund: die Larven des Maikäfers verbleiben drei Jahre im Erdreich – quasi im „Untergrund“- und fressen sich in dieser Zeit an Pflanzenwurzeln satt. Hierbei zeigen sie eine Vorliebe für die feinen Haarwurzeln, welche für Pflanzen von hoher Wichtigkeit sind.  Die Zunahme der Maikäferbestände, und die Verschiebung derer, ist oftmals ein kleines Mysterium. Denn oftmals gilt eine Zunahme nur für bestimmte Regionen. Für die Steinkäuze kommt diese „Welle“ an Maikäfern gerade richtig;  andernfalls müssten sie auf andere Beutetiere umsteigen – aber, ob diese in der gleichen Menge zur Verfügung stünden?

Zum Glück standen nicht nur Maikäfer auf dem Speiseplan; auch Mäuse werden noch immer in zufriedenstellenden Anzahlen gefüttert. Diese Woche waren dies 17 Stück. Regenwürmer sind jedoch immer noch nicht wirklich im Kommen –gerade einmal 25 Stück wurden gefressen. Dadurch, dass die “Teenager” sich nicht mehr brav in einer Ecke des Kastens befinden und warten – sondern im Kasten umherlaufen und auch ab und zu mal in die Niströhre kriechen (und dort auch schon Beute in Empfang nehmen und fressen)– können leider nicht mehr alle Beutetiere registriert werden.  Diese Beuten können nur als unbekannt bezeichnet werden – ob es sich hier um Larven, Insekten o.ä. handelt, ist leider nicht genau zu sagen.

Die Jungen werden stets agiler - ein gutes Zeichen.

 

Video: Wilde Teenager

Auch wenn sie gerne kuscheln, beim Futter werden die jungen Steinkäuze etwas wilder und stürmen auf die Mutter, die das Futter bringt, los. Diese verlässt den Kasten dann wieder, um später mehr Futter zu bringen.

 

Neue Videos

Waldmaus wird verspeist (und Futterneid?)

Das Männchen bringt eine Waldmaus zum Kasteneingang, welche das Weibchen entgegen nimmt, um die Jungen zu füttern, Diese kommen mit der Maus schon alleine klar - das Weibchen legt diese im Kasten nieder.
Zwei der Jungen streiten sich erst noch darum, dann kann das Küken links die Maus für sich gewinnen und verspeist diese in selbst-zerlegten Stückchen. Die anderen schauen quasi in die Röhre, bekommen aber (nicht zu sehen) später natürlich auch noch ihre Portion.

 

Kuschel-Küken

Noch ist genug Platz im Kasten, um einander ggf. aus dem Weg zu gehen - doch kuscheln die drei Küken gerne auf einam Haufen miteinander.

 

 

Neue Perspektiven

Am 03. Juni 2016 war es möglich, die ersten Augentrainings-Versuche der Küken zu beobachten. Hierzu gehört das Erlernen des "Scharfstellens"/ Fokussierens der Augen. Es wird auch erlernt, durch das Bewegen von Kopf und Hals, Abstände einzuschätzen. Viele Vogelarten tun dies, aber Eulen müssen das in jedem Fall, denn ihre Augen sitzen fest nach vorne gerichtet im Schädel und sind nicht beweglich (wie bei anderen Vögeln oder bei uns Menschen). In dem unten stehenden Video kann man sehen, wie die Küken den Kopf in unterschiedlichen Winkeln ausrichten, um die Perspektive zu ändern.

 

Mit den Füssen scharren

Eines der Steinkauzküken - es wird vermutet, dass es sich immer um dasselbe Küken handelt - hat in den letzten Tagen die Angewohnheit entwickelt, zwischendurch mit den Füssen zu graben. Ob es die Fähigkeiten seines Körpers erkundet, es "amüsant findet" oder einfach ungeduldig "mit den Füssen scharrt", weil es auf Futter wartet? Das Geschwisterchen geht am Ende des Videos jedenfalls lieber in eine andere Ecke...

Bonus: Ein Video, das zeigt, wie der Vater noch nciht ganz mit der Fütterung umzugehen weiss..Aber Mutter hat den Dreh natürlich schon gut raus und nimmt ihm die Raupe kurzerhand weg, um die Sache selbst "in den Schnabel"zu nehmen.

 

Von Maikäfern und Mäusen


Trotz der zwischenzeitigen Kamerastörungen liess sich ein gutes Bild der Beutetiere der letzten Zeit, vom 28.05.16 bis 03.06.16, machen. Was viele bereits erwartet hatten, bewies sich als wahr: Maikäfer haben beim Nahrungsplan der Familie Steinkauz den ersten Platz belegt. Sechs von zehn Mahlzeiten waren Maikäfer; insgesamt waren dies 368, ein Durschschnitt von 53 Maikäfern pro Tag.

Die Anzahl der erbeuteten Mäuse war jedoch auch nicht zu verachten: 16 Wühlmäuse sowie zwei andere Mäuse. Das ergab dann doch 2,5 Mäuse am Tag - eine gute Basis.

Auffallend ist, dass trotz des nassen Wetters nur wenige Regenwürmer erbeutet wurden - mit gerade mal 15 Stück kamen diese auf zwei Regenwürmer pro Tag. Scheinbar gibt es genug Auswahl beim Nahrungsangebot, sodass die Regenwürmer nicht erste Wahl waren.

Die Eltern hatten in jedem Fall gut zu tun - mit insgesamt 611 Beuten betrug die tägliche Nahrungsportion circa 88 Stück pro Tag. Rechnet man für potenzielle Fütterung während der Kameraausfälle etwas drauf, dann waren es bestimmt 100 Stück pro Tag.

In den letzten Tagen hat eine Spinne vor Kamera 1 ihr Netz gesponnen. Dieses wurde entfernt, um die Sicht wieder herzustellen. Hierbei wurde direkt die Gelegenheit genutzt, um die Küken nochmals zu wiegen (leider sind durch den Kameraausfall keine Aufnahmen hiervon vorhanden). Mit 112,2 g, 119,5 g und 123,9 g befinden sie sich gut um das angepeilte Gewicht von 113,9 g an Tag 15. Mit Gewicht und Beuteanfuhr steht also alles gut.    

 

Bald Halbzeit

Heute haben die Jungen ein respektables Alter von 13 Tagen erreicht. Noch einige Tage und sie haben die Halbzeit ihrer Nestaufenthalts erreicht. In dieser Zeit haben wir ihre Entwicklung mit ansehen können – von kleinen Daunenbällchen, die nicht viel mehr konnten, als unter Mutters Flügel zu kriechen, zu kleinen Lümmeln, die nun selbe auf Erkundungstour gehen wollen und nicht mehr brav unter den Flügeln sitzen bleiben wollen.

Die Küken wurden bereits gemessen und gewogen, in zwei Wochen werden sie beringt. Danach wird es noch circa zwei Wochen dauern, bis sie den Nistkasten verlassen und die Aussenwelt erkunden. Im Moment ist es aber noch nicht so weit; in den kommenden Wochen können wir die drei „Teenanger“ dabei beobachten, wie sie beobachten, untersuchen und versuchen, sich die typische Steinkauzfähigkeiten eigens zu machen. Auch Streiterei um Futter wird dazu gehören.

Es ist ein wenig schade, dass die Kamera nur schwarz-weisse Aufnahmen machen kann, sonst könnte man besser sehen, dass die braune Färbung des Gefieders immer mehr durch kommt. An den Daunen auf dem Kopf kann man noch sehr gut sehen, dass es noch ein längerer Weg bis zum Erwachsenenleben ist.     

 

 

Neue Videos

Verschiedene Szenen, die sich zwischen dem 29.05. und dem 31.05.16 ereignet haben:

 

Mäusefest und Ei

Die erste vollständige “Kükenwoche” ist vorbei. Die Kleinen wachsen sehr gut – nicht verwunderlich, wenn man sich den Speiseplan anschaut. In der vergangenen Woche wurden 223 Beutetiere zum Nest gebracht; dies macht durchschnittlich 32 Beuten am Tag und so circa 10 pro Küken pro Tag.  Das füllt die hungrigen Mägen ganz gut.

Es macht natürlich einiges aus, um welche Sorte Beute es sich handelt – Raupen und Larven, Maikäfer oder Mäuse. Der Speiseplan war sehr variiert. Maikäfer waren die am meisten gefangene Beute (97 Stück, 44%). Die grösste “Lieferung” waren 24, 26 und 23 Käfer hintereinander; dies war am vergangenen Mittwoch, Donnerstag und Freitag der Plan. Die schwülen, wenig windigen Wetterumstände sorgten für günstiges „Maikäfer-Flugwetter“.

Erfreulich ist die grosse Anzahl an Beutemäusen. Erfreulich deshalb, weil sie sehr gutes Futter sind, voll mit wichtigen Eiweissen und Nahrungsstoffen. Wenn auch noch ein gewisser Vorrat im Kasten liegt, kann das Weibchen den ganzen Tag über füttern. Das konnten wir auch beobachten. Zusammenaddiert wurden 20 Mäuse gefüttert: 3 Spitzmäuse, 6 Mäuse mit langem Schwanz und 11 Wühlmäuse (kurzer Schwanz). Am Gewicht der Jungen beim Wiegen war sichtbar, dass sie wohlauf sind und gut in ihrer Entwicklung voranschreiten.

Während des Wiegens der Küken wurde das nicht-geschlüpfte Ei zur Untersuchung mitgenommen.  Dies gibt nicht nur Aufschluss, warum das Küken nicht geschlüpft ist, sondern auch Aufschluss über die Qualität des Territoriums.

Das Ei wurde vorsichtig geöffnet. Davor wurde es jedoch vermessen unf gewogen – mit einer Länge von  33,68 mm und einer Breite von 26,85 mm, war es ein eher kleineres Ei  (Durchschnitt von 274 vermessenen Eiern: 34,25mm und 28,67mm). Mit 10,3 g befand sich das Gewicht unter des Gewichtes eines Küken bei seiner Geburt. Beim Öffnen wurden mit blossem Auge nur Eiweiss und Eigelb gesichtet; kein sichtbarer Embryo. Dies suggeriert, dass das Ei evt. nicht richtig befruchtet war.

Die Gründe, warum das Ei nicht befruchtet war, können vielfältig sein. Eventuell ist die Paarung nicht ganz ideal verlaufen und der „Spermatransport“ war nicht vorhanden oder nicht effektiv. Auch andere Ursachen sind denkbar, aber nicht mehr festzustellen.

Auffallend war, dass die Aussenseite nicht nur mit Flohkot verunreinigt war, sondern dass dieser auch nicht gleichmässig auf dem Ei verteilt war. An der spitzeren Seite war das Ei pechschwarz davon, an der stumpferen Seite bedeutend weniger. Es wird aber vermutet, dass der Flohkot nicht dafür verantwortlich ist, dass kein Küken geschlüpft ist. Wenn ein Ei rundum damit bedeckt ist, kann jedoch das Ausbrüten gestört werden – hier war allerdings kein Embryo vorhanden. 

Da vermutet wird, dass Parasiten eine Rolle bei der Entwicklung der Jungen spielen, wird bei jedem Besuch die Eier und die Jungen kontrolliert. Vor allem Flöhe hinterlassen Spuren. Solang die Küken nicht geschlüpft sind, fokussieren sie sich auf das Weibchen. Sie saugen Blut und hinterlassen ihre Ausscheidungen als schwarze Punkte auf dem Ei/ Je mehr Flöhe, desto mehr wird das Ei verunreinigt. Dieses Ausmass wird in einer zahl zwischen 0 und 4 kategorisiert; das mitgenommene Ei hat die Kennziffer 3 erhalten, also schon ziemlich verunreinigt.

 

 

Nachtrag zum Wiegen der Steinkäuzchen

Die drei jungen Steinkäuze gedeihen gut, ihr Gewicht (51,7 g - 54,0 g - 49,5 g) ist prima, alles läuft ganz nach Schema. Und wenn sie sich so weiter entwickeln, dann werden sich ihre Augen diese Woche Donnerstag komplett öffnen. Nachfolgend noch ein Videobeitrag vom Wiegen:

 

Vorsorgeuntersuchung beim Steinkauz-Nachwuchs

Es hat ein Gesundheits-Check-up bei den Steinkauzküken stattgefunden, und zwar bereits am Freitag 27. Mai (nicht wie heute irrtümlich angekündigt am heutigen Tag). Was genau gemacht wurde, lesen Sie hier:

Zunächst mussten die Vogelexperten in den Baum klettern. Mithilfe einer Leiter ist das Steinkauz-Nest im Apfelbaum recht einfach zugänglich. Das ist nicht immer der Fall, hin und wieder muss man enorme Kletterkünste vollbringen, um an das Nest zu gelangen. Die beiden Vogelexperten - Ronald und Pascal - haben jede Menge Erfahrung auf dem Gebiet der „Vogelgesundheitskontrolle“. Unzählige Jungvögel haben sie bereits in ihren Händen gehalten und professionell untersucht. Da die Steinkäuzchen noch recht jung sind, wurden sie im Nistkasten gewogen und nicht außerhalb, um es ihnen so stressfrei wie möglich zu machen. Das sah ungefähr so aus (Videobilder von der Wiegung folgen noch):

 

Die Jungkäuze wurden gewogen, um ihren Gesundheitszustand festzustellen.

Die Gewichtsangaben der drei: 51,7 g - 54,0 g - 49,5 g

Ähnlich wie bei der Vorsorgeuntersuchung bei Babys wird auch hier eine Gewichtskurve beigehalten. Für eine Beringung sind die Küken allerdings noch zu jung, diese erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt (in einigen Wochen).

PS: An dieser Stelle möchten wir nochmals ausdrücklich vermelden, dass diese Gesundheitskontrollen ausschließlich von Vogelexperten durchgeführt werden dürfen. Das Messen, Wiegen und Beringen der Jungvögel liefert uns wertvolle Informationen, beispielsweise wie alt Steinkäuze werden, wo sie leben, wie die Balance zwischen Jung- und Altvögel aussieht, was die Todesursachen sind, u.v.m. Das alles trägt zum Schutz dieser prachtigen Eulenart bei.

 

Futtern, wachsen, futtern

Die Küken brauchen viel Nahrung, viel Energie, um gross und stark zu werden. So sieht man jetzt viele Fütterungen durch die Mutter und viele Futterübergaben durch den Vater. Die Lage sieht weiterhin gut aus; es sind mehrere Mäuse auf Vorrat, sodass der Nachwuchs nicht lange warten muss. Hier ein Video, wo die Fütterung besonders schön im Bild war (25.05.16, 0:52 Uhr):

 

Zu dritt

Es ist nun deutlich - es wird bei drei Steinkauz-Küken bleiben. Sollten alle drei flügge werden und gesund und munter in die weite Welt ziehen, kann das Steinkauz-Paar stolz auf seinen Nachwuchs sein.Und auch wir können uns über ein sehr gutes Brutresultat freuen. So weit sind wir aber noch nicht, bis dahin werden nich einige spannende Wochen vergehen.

Bisher sieht die Situation jedenfalls sehr gut aus. Mánnchen und Weibchen machen ihre Sache sehr gut und ziehen deutlich an einem Strang. Auch um einen Mangel an geeigneter Nahrung müssen wir uns nicht sorgen.; der Nistksten liegt zwischendurch voll mit "Vorratsmäusen", die bei Bedarf verspeist werden können. Hoffentlich bleibt der hohe Stand an Mäusen in dern Kükenzeit auf diesem Stand, denn eine regelmässige Versorung mit Mäusen ist die beste Garantie auf ein schnelles, gutes Heranwachsen der drei Jungen.

Im Moment warten wir darauf, dass sich die Augen der Küken öffnen. Dies passiert im Laufe des neunten und zehnten Tages. Monmtag könnten die Küken also zum ersten Mal ihre Umgebung sehen. Ihr Gewicht hat dann von 10-12 g (beim Schlüpfen) bis 85g zugenommen.
Dieses muss sich noch mehr als verdoppeln, bevor die Kleinen den Kasten verlassen können. Frei nach dem Motto: Gut durchfuttern!

Etwa am zehnten Tage müssen wir uns auch von dem hellen Daunenstadium verabschieden. Die Küken werden dann immer mehr wie "echte"Steinkäuze aussehen, was sich natürlich auch auf das Federkleid auswirkt.

 

Die Küken sind da!

Piepende Eier

Am 20. Mai 2016 begonnen die Eier zu piepen. Hiermit kündigen die Küken ihr baldiges Schlüpfen an. Durch die Umgebungsgeräusche war dies bei der Übertragung nicht so einfach wahrzunehmen, aber wenn man den Ton auf ziemlich laute Wiedergabe eingestellt hatte, konnte man es hören.  Wenn die Eier zu piepen beginnen, dann verlässt das Weibchen die Eier ein wenig (bzw. bringt mehr Abstand zwischen sich und den Eiern), sodass man nach einiger Zeit auch Bewegungen, ein „rollendes Ei“ oder erste Löcher in der Schale sehen kann.  Für die Küken bedeutet diese Phase harte Arbeit. Sie müssen sich aus der gedrungenen Haltung im Ei heraus in Freie „kämpfen. Hierzu muss die Schale durchbrochen werden; dies beginnt mit einem kleinen Loch, von welchem aus die Schale in zwei Hälften gebrochen werden kann.

Schlüpfmarathon

Am 21. Mai 2016 war der grosse Tag des Schlüpfens. Hier eine chronologische Zusammenfassung der Ereignisse:

5:09 Uhr: Das erste Loch war ein einem der Eier sichtbar

6:24 Uhr: der erste Blick auf Küken 1 war möglich

8:09 Uhr: Küken 1 war ganz im Bild

9:37-9:41 Uhr: Küken 2 schlüpft

17:48 Uhr: Küken 3 ist im Bild

19:07 Uhr: alle drei Küken deutlich im Bild

Es liess sich gut beobachten, wie das Weibachen die Eierschalen nach dem Schlüpfen sorgfältig entfernt hat. Damit verhindert es, dass die Jungen sich an den scharfen Rändern verletzen können. Die unruhigen Jungen hält sie unter ihrem warmen Bauch, da die Kleinen sich noch nicht selbst warm halten können.

Steineulenküken wiegen beim Schlüpfen circa 10-12 g.  Bei dem weissen Punkt  auf dem Schnabel  handelt es sich um den Eizahn, der den Küken hilft, die Schale zu durchbrechen. Die Augen sind noch geschlossen; nach circa einer Woche öffnen sie sich leicht, nach ungefähr zehn Tagen sind sie vollständig geöffnet. Dass die Jungen in so kurzem Abstand schlüpfen, hat den Vorteil, dass sie die gleiche Grundvoraussetzung haben, sich bei der Fütterung durchzusetzen und zu wachsen. Das Angebot an Nahrung scheint dieses Jahr günstig zu sein.

Viertes Ei?

Nachdem nun einige Tage vergangen sind, ohne dass das vierte Küken geschlüpft ist, erscheint die Wahrscheinlichkeit, dass es noch schlüpft äusserst gering. Wir sind gespannt, ob sich dennoch etwas tut!

 

Spannende Woche?

Wenn alles nach Plan und Wunsch verläuft, befindet sich das Weibchen in der letzten Woche des Ausbrütens. Es wird also eine spannende Woche.

Bereits zuvor wurde berichtet, dass es durch den etwas undeutlichen Brutbeginn schwierig zu bestimmten ist, wann die Küken schlüpfen werden. Dazu kommt, dass die Brutdauer zwischen 25 und 28 Tagen variieren kann. Schätzungsweise könnte es aber bereits Freitag oder Samstag (20.-21. Mai) schon so weit sein!

Es lohnt sich also, die Kamera im Auge zu behalten. Schöne Momente sind zum Beispiel, wenn man bereits das erste Gepiepe vom Ei wahrnehmen kann. Das „ausgewachsene“ Küken pickt mit dem Schnabel die Luftkammer im Ei an, womit die Lungenatmung aktiviert wird. Zeitgleich beginnt es dann auch mit dem Piepen und kündigt damit sein baldiges Ausschlüpfen an.

Die Steinkauzmutter reagiert darauf, indem sie sanfte “Klackgeräusche” macht, wodurch eine Konversation zwischen Mutter und ungeschlüpftem Küken in Gang kommt.  

In dieser Zeit ist das Weibchen trotzdem recht laut in seinen Rufen – wer also die Lautstärke der Kamera hochsetzt, um „piepende Eier“ zu hören, sollte bitte aufpassen, dass  der Ton zwischendurch nicht zu laut wird.

 

Maikäfer Maikäfer, Maikäfer

Wenn alles nach Plan und Wunsch verläuft, befindet sich das Weibchen in der letzten Woche des Ausbrütens. Es wird also eine spannende Woche.

Bereits zuvor wurde berichtet, dass es durch den etwas undeutlichen Brutbeginn schwierig zu bestimmten ist, wann die Küken schlüpfen werden. Dazu kommt, dass die Brutdauer zwischen 25 und 28 Tagen variieren kann. Schätzungsweise könnte es aber bereits Freitag oder Samstag (20.-21. Mai) schon so weit sein!

Es lohnt sich also, die Kamera im Auge zu behalten. Schöne Momente sind zum Beispiel, wenn man bereits das erste Gepiepe vom Ei wahrnehmen kann. Das „ausgewachsene“ Küken pickt mit dem Schnabel die Luftkammer im Ei an, womit die Lungenatmung aktiviert wird. Zeitgleich beginnt es dann auch mit dem Piepen und kündigt damit sein baldiges Ausschlüpfen an.

Die Steinkauzmutter reagiert darauf, indem sie sanfte “Klackgeräusche” macht, wodurch eine Konversation zwischen Mutter und ungeschlüpftem Küken in Gang kommt.  

In dieser Zeit ist das Weibchen trotzdem recht laut in seinen Rufen – wer also die Lautstärke der Kamera hochsetzt, um „piepende Eier“ zu hören, sollte bitte aufpassen, dass  der Ton zwischendurch nicht zu laut wird.

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Nicht geschlüpfte Eier

Es ist angezählt. Wenn wir davon ausgehen, dass das Brüten am 27. April 16 begonnen hat, dann haben wir schon über die Hälfte der durchschnittlichen Brutzeit hinter uns gebracht. Ganz genau kann man nicht sagen, wie viele Tage noch vergehen werden, bis die Küken schlüpfen. Der Beginn des Ausbrütens war nicht ganz eindeutig und der Zeitraum ist natürlich auch nicht immer genau 26 Tage lang.

Eine andere Frage, die sich stellt ist: Schlüpfen auch wirklich alle Küken? Dies erscheint selbstverständlich, aber tatsächlich ist es so, dass zwischen zehn und zwanzig Prozent der Eier nicht schlüpfen. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich, hängen aber oftmals mit der Nahrungssituation zusammen. Wenn bestimmte essenzielle Stoffe nicht ausreichend vorhanden sind, können Embryos mit Abweichungen entstehen. Vor allem Aminosäuren – die Bausteine von u.a. Eiweissen – sind von grosser Wichtigkeit. Mangel oder Defizite hiervon Können sich drastisch in den noch zu entwickelnden Embryonen äussern. Manchmal fehlt dann eine Schnabelhälfte oder die untere Schnabelhälfte ist nach unten geklappt. Manchmal fehlen ein oder beide Augen, die Gehirnmasse oder es entsteht ein „offener Rücken“. Es ist deutlich, dass alle diese Abweichungen ernste Folgen für die Überlebenschancen des Kükens haben bzw. fatal sind. Der Embryo stirbt dann meinst, wenn er sich noch im Ei befindet. Dies kann in jeder Lebensphase geschehen, z.B. schon nach einigen Tagen oder kurz bevor das Küken schlüpfen würde.

Eine einseitige Diät mit beispielsweise nur Regenwürmern wäre somit für die Gesundheit der Steineulen-Küken nicht zuträglich sein. Gerade darum ist es wichtig, dass unterschiedliche Nahrungsquellen im Territorium vorhanden sind. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass alle benötigten Stoffe auch aufgenommen werden können, am grössten.  

 

Beuteübergaben vom 30. April bis zum 6. Mai 2016

Deutlich sichtbar hat das Männchen seine Beutejagd und –übergaben auf ein höheres Level gebracht. Bringt man es in den Vergleich, so hat es die Beute fast verdoppelt (im Vgl. zur ersten Woche), auf 266 Beutetiere.


Es sind vor allem Larven und Raupen, also vor allem kleine Beutetiere. Auffallend ist, dass in der ersten Wochenhälfte Wühlmäuse gebracht wurden, in der zweiten Hälfte jedoch nicht mehr. Ihr Platz wurde durch Maikäfer gefüllt. Das warme Wetter der letzten Tage hat für eine regelrechte Explosion in Maikäfer-Beständen gesorgt, sodass diese eine gute Nahrungsquelle darstellen.

Insgesamt sind seit dem Legen des ersten Eis schon 404 Beuten zusammengetragen worden. Das fortwährende Rufen des Weibchen zeigt also Erfolg. Betrachten wir die Beuteübergabe per Stunde, fällt auf, dass vor allem nachts viel gefüttert wird. Ab 21 Uhr nimmt die Zahl der Beuten zu, um nach 2 Uhr nachts wieder abzunehmen. Auffallend ist jedoch, dass auch über Tag recht viel Beute gebracht wird. Zwischen 7 Uhr morgens und 18 Uhr sind es circa. 105 Beuten, etwas mehr als ein Viertel der Gesamtzahl.

 

 

 

Ganz schön ruhig

Im Moment tut sich nicht so viel, denn das Weibchen ist mit dem Ausbrüten beschäftigt. Die einzige "Action", die zur Zeit stattfindet, ist, wenn das Männchen Beute zum Kasten bringt und übergibt.


Aber was ist eigentlich mit den zweiten Nistkasten, was tut sich da?
Zugegebenermassen gehört das Steinkauzpaar aus Nistkasten 1 schon nicht zu den frühreren Brütern, sondern hat drei Tage später mit dem Eierlegen begonnen, als der Durchschnitt (20. April im Vergleich zum 17. April). Rechnet man mit einer Ausbrützeit von 26 bis 18 Tagen, müssten die Küken um den 23. Mai herum ausschlüpfen. Um auf den zweiten Nistkasten zurück zu kommen: Es ist nicht viel zu sehen, jedoch war dieser zwischendurch mit reichlich Beute-Mäusen gefüllt, welche dann wieder weniger wurden. Das ist normalerweise ein Zeichen, dass sich dort etwas tut. Es kann also noch sein, dass dort (mit einiger Verspätung) gebrütet wird. Wir drücken die Daumen!

 

Nachkömmling

Es gibt noch ein viertes Ei! Es war nicht ganz sicher, ob dies noch passieren würde, so hatte die Mutter bereits die Bruthaltung eingenommen. Um 0:55 Uhr wurde Ei Nummer 4 gelegt. Das Ganze spielte sich in kurzer Zeit ab; jedoch waren anschliessend alle vier Eier gut zu sehen, sodass wir ganz sicher sein konnten. Zwischen dem dritten und vierten Ei lagen somit 61 Stunden.

 

 

Drei Eier - war es das?

Während es regnete, hagelte, schneite und/oder wehte, wurde das dritte Ei gelegt. Bis es sichtbar wurde, hat es jedoch etwas gedauert. Es wird davon ausgegangen, dass es am 24.04.16, gegen 11:50 Uhr, gelegt wurde (etwas mehr als 51 Stunden nach dem zweiten Ei), jedoch dauerte es sechs Stunden, bis es zu 100% sicher war, dass sich ein drittes Ei im Kasten befand. Die Sicht wurde immer durch eines der beiden Elterntiere blockiert.

Dass die Mutter so lange auf dem Ei sitzen bleibt, lässt vermuten, dass das Ausbrüten bereits begonnen hat. Wenn sie auch den Rest des Abends und die Nacht im Kasten bleibt, dann würde dies diese Vermutung bestärken. Das würde auch heissen, dass maximal ein Ei noch dazu kommt – oder auch nicht. Eine Besonderheit war jedoch, dass das Männchen beim Legen des Eis anwesend war. Wenn man darüber nachdenkt, wie viel Zeit die beiden zusammen im Kasteninneren verbracht haben, scheint dies nicht allzu aussergewöhnlich, denn es scheint, als hätte dieses Paar ein sehr starkes Band.

Sicherheit bezüglich der Anzahl der Eier werden wir erst in zwei (falls es bei drei Eiern bleibt) oder vier (falls noch ein weiteres Ei gelegt wird) Tagen haben.

 

Das zweite Ei ist da!

Heute, gegen 8:45-8:47 Uhr (genauer Zeitpunkt wird noch bestimmt), wurde das zweite Ei gelegt. Die Voraussage vom 20. April hat sich somit als wahr herausgestellt - es sind zwischen Ei 1 und Ei 2 etwas mehr als zwei Tage vergangen.

steinkauz_eier

 

Das erste Ei ist da!

Unsere Geduld wurde letztendlich belohnt: Diese Nacht, um 3:17 Uhr, war es endlich so weit und das erste Ei wurde gelegt. Nun heisst es wieder abwarten., Erfahrungsgemäss vergehen etwas mehr als zwei Tage zwischen den einzelnen Eiern, sodass wir vielleicht am Freitag mit dem nächsten Ei rechnen können. Wie viele es letztendlich werden, ist noch nicht vorauszusagen. Durchschnittlich sind es vier Eier pro Gelege, aber auch drei oder fünf Eier ist eine normale Gelegegrösse. Zwei oder sechs kommen auch vor - oder sogar sieben bis acht.

Vorläufig wird das erste Ei mutterseelenallein im Nistkasten. Möglicherweise schaut das Männchen ab und zu mal vorbei, vielleicht setzt sich das Weibchen ab und zu mal auf das Ei. Richtig ausbrüten wird sie jedoch noch nicht. Das ist auch gut so - andersnfalls unterscheiden sich die Küken am Ende zu sehr in Grösse, wie es bei Schleiereulen der Fall ist. Steinkäuze sind darauf ausgerichtet, dass die Jungen ungefähr die gleiche Grösse haben; hierfür müssen sie circa am selben Tag schlüpfen. Aus diesem Grund wird mit dem Ausbrüten gewartet, bis das Gelege (fast) komplettiert ist.

 

Was passiert in Nistkasten Nr.2?

In letzter Zeit seigen sich die Steinkäuze von Nistkasten 2 immer seltener. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie den Kasten für ihr Gelege auswählen, wird somit auch immer geringer. Für uns als Zuschauer würde dies natürlich schade sein; andernfalls hätte man gut vergleichen können wie ähnlich oder unterschiedlich sich die Brutsaison bei zwei Steinkauzpaaren abspielen kann. Für die Käuze ist dies kein Problem – wahrscheinlich haben sie einfach einen Nistplatz gefunden, der ihnen besser gefällt oder mehr geeignet erscheint.

Obwohl Steinkäuze oft einen festen Nistplatz haben, den sie immer wieder aufsuchen, so lehrt uns die Erfahrung, dass sie innerhalb ihres Territoriums aus mehreren geeigneten Plätzen wählen können. Somit wird oftmals innerhalb eines Territoriums der Nistplatz doch noch gewechselt; selbst, wenn der in der vorherigen Brutsaison aufgesuchte Nistplatz noch gut in Schuss und geeignet ist. Gibt es innerhalb eines Territoriums jedoch nur eine geeignete Nistmöglichkeit, wird diese logischerweise auch beibehalten. Nicht nur zwischen Nistkästen – auch Nistgelegenheiten unter Scheunen- oder Schuppendächern können gewählt werden.

Warum Steinkäuze manchmal wechseln und manchmal nicht, das ist für die Ornithologen oftmals noch nicht eindeutig. Manchmal hängt dies mit einem neuer Partner/ einer neuen Partnerin zusammen, andernfalls kann es auch einfach Zufall sein.

 

Warum noch kein Ei?

Eigentlich seltsam: Die Waldkäuze haben schön Junge, während der “durchschnittliche” Steinkauz erst noch Eier legen muss. Steinkäuze haben selten aufeinanderfolgende Gelege, während Schleiereulen manchmal sogar drei Mal innerhalb einer Saison brüten. Warum diese Unterschiede?

Hierbei handelt es sich nicht um zufällige Unterschiede, sondern das Timing ist ausschlaggebend. Um bei den Steinkäuzen zu bleiben: auch wenn sie regelmässig eine Waldmaus oder einen Star fangen, sind sie keine echten Mäuse- oder Vogelfresser. Schleiereulen hingegen sind exzellente Mäusefänger, während Waldkäuze sehr gut darin sind, Vögel zu fangen. Falls nötig, fangen Steinkäuze grosse Anzahlen Raupen – aber auch hier ist eine Kohlmeise effizienter. Auch Frösche können Waldkäuze erjagen, aber verglichen mit einem Reiher oder Storch schneiden sie auch hier als schlechterer Jäger ab. Es scheint so, als könnten sie nichts besonders gut – jedoch gibt es vielleicht eine Ausnahme: Maikäfer fangen.

Wenn Steinkäuze in etwas besonders gut sind, dann ist das das Holen, wo etwas zu holen ist. Sie sind keine Spezialisten, wie andere Vögel, sondern Generalisten, die von allem etwas können. Mäusen sind oftmals im März anzutreffen, Larven und Raupen jedoch noch nicht. Frösche findet man im April auch noch seltener, dafür umso mehr im Mai. Dies gilt auch für Maikäfer. Und wenn adulte Vögel etwas zu gross sind, muss gewartet werden, bis die Jungen ausfliegen. Kurzum: Man sollte nicht alles auf einer Art von Beute setzen, ansonsten sieht es in den Monaten, wo diese weniger häufig anzutreffen ist, eher mau aus. Das Risiko verteilen ist hier dann sicherer, ebenso wie das Abwarten , um einen guten Zeitpunkt zu erwischen. Mitte April das erste Ei und Mitte bei das erste Küken scheint in diesem Kontext eine guter Zeitpunkt zu sein. Auch wenn die Steinkäuze keine starken Spezialisten sind, sind sie doch schlau, was das Timing in der Brutzeit betrifft.

 

Grosse Happen, kleine Häppchen

Schon vor dem Legen des ersten Eis können wir viele Vorgänge im Nistkasten beobachten, denn die Käuze sind recht oft und für längere Zeit im Kasteninneren anzutreffen. Das ist nicht immer so!

So bekommen wir auch gut zu sehen, welche Beute in welchen Abständen angeschleppt wird. Die Grösse der Beute ist nicht ausschlaggeben für die Beziehung der Kauzpartner untereinander – es scheint sich vielmehr um die Geste und das Schenkungsverhalten an sich zu drehen, als um das, was tatsächlich gebracht wird. So konnte das Männchen aus Nistkasten 2 das Weibchen auch mit kleinerer Beute zufrieden stellen; jedoch scheint er sich seiner Sache nicht immer ganz sicher zu sein. Immerhin möchte er dem Weibchen zu verstehen geben, dass das gewählte Brutplatz für sie und die zukünftigen Jungen gut geeignet ist. Manchmal geht Liebe dann doch durch den Magen. So brachte das Männchen eine dickere Beute heim, in Form eines grösseren Vogels. Es war leider nicht gut zu erkennen, um welche Art es sich im Genauen handelte, es könnte sowohl eine Drossel als auch ein Sperling gewesen sein.

Es scheint also, als wäre für beide Steinkauzpaare ausreichend Nahrung vorhanden; dies lässt uns auf ein gutes Jahr für diese schönen Tiere und ihren Nachwuchs hoffen.

 

Gefundenes Fressen

Was wir in den frühen Morgenstunden beobachten konnten, was eine perfekte Demonstration von opportunistischem Steinkauz-Verhalten. Gestern Mittag wurde das Weideland hinter dem Baum, an dem der Kasten befestigt ist, gefräst. Eine Anzahl nun heimatloser Feldmäuse waren somit auf der Bodenoberfläche unterwegs, um eine neues Zuhause zu suchen. Keine sehr gute Idee, wenn es sich bei den Nachbarn um Steinkäuze handelt! Diese lassen sich so eine Chance auf „einfaches“ Futter natürlich entgehen – sage und schreibe sechs Beutetiere wurden hintereinander ins Kasteninnere gebracht. Frei nach dem Motto „2 für 1“ waren um circa 10 Uhr selbst zwei gleichzeitig zum Opfer gefallen. Das konnten wir zuvor nicht beobachten.

Aber, oha, was haben die Steinkäuze für ein Durcheinander gemacht. Der hintere Teil des Kastens war bedeckt mit Leichenteilen der erbeuteten Mäuse. Wir sind gespannt, wann dieser grosszügige Vorrat verputzt wird.

 

Ein Paar ist nicht wie das Andere

Eine von den interessanten Aspekten der Nistkastenkamera ist, dass wir Unterschiede in dem Verhalten beider Steinkauzpaare wahrnehmen können. Das Paar aus Nistkaten 1, im Achterhoek in den Niederlanden, ist sehr häuslich. In der letzten Zeit verbringen sie einen Grossteil des Tages zusammen im Kasteninneren. Zuerst konnten wir beobachten, wie die Käuze abends bei Anbrechen der Dämmerung den Kasten aufsuchten – nun ist dies gerade der Moment, dass wir sehen können, wie sie den Nistkasten für die nächtlichen Aktivitäten verlassen.

Obwohl das Steinkauzweibchen und – männchen das ganze Jahr über zusammen in ihrem Territorium leben, ist das Paarverhalten ausserhalb der Brutzeit etwas distanzierter. Bei Anbruch des Frühjahrs suchen sie einander stets häufiger auf und legen hiermit die Basis für die Brutsaison und die Aufzucht der Jungen. Das Paar aus Nistkasten 1 arbeitet somit sichtbar an ihrer Beziehung und nutzt hierfür den Nistkasten, der in der kommenden Zeit der Hauptschauplatz der familiären Entwicklung sein wird.

Das Steinkauzpaar aus Nistkasten 2, welcher in Brabant (Niederlande) platziert ist, zeigen sich über Tag kaum zusammen im Kasteninneren. Bedeutet dies, dass sie eine distanziertere Beziehung pflegen oder haben sie es bloss nicht so eilig, wie das andere Paar? Es ist zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht ausgeschlossen, dass sie die Eier nicht in dem Kasten mit der Webcam legen, und dass deshalb die Bindung an den Nistkasten nicht so stark ist.

 

Der frühe Vogel...?

Beide Steinkauzpaare sind in letzter Zeit deutlich beim Kuscheln und Paaren zu beobachten. Aber heisst das, dass es auch ein besonderes “Osterei” geben wird?

Durchschnittlich wird das erste Ei circa Mitte April gelegt. Langjährige Studien von 2000 bis 2015 haben gezeigt, dass das durchschnittliche Legedatum des ersten Eis – zumindest in den Niederlanden – am 16. April ist (inkl. Schaltjahrkorrektur). Die Unterscheide zwischen den Jahren sind relativ gering; der durchschnittliche Start des Eierlegens in einem willkürlich gewählten Jahr weicht meistens nicht mehr als 3-4 Tage von dem Durchschnittsdatum ab. Auffällige Abweichungen konnten in den Jahren 2013 und 2014 wahrgenommen werden; 2013, weil es dort kälter (9 Tage später; 25. April) und 2014, weil es dort wärmer war (9 Tage früher; 7. April).

Allerdings sagt ein Durchschnittswert nicht alles aus. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Brutpaaren sind viel grösser. Manche Paare beginnen im April mit dem Eierlegen, während andere erst im Mai beginnen. Ein Osterei? Dies scheint für das Jahr 2016 ein wenig hoch gegriffen. Ostern ist dises Jahr recht früh, am 27.-28. März. Und dann haben wir dieses Jahr auch noch ein Schaltjahr…

Aus der genannten Studie kam hervor, dass nur reine sehr geringe Anzahl der Steinkauzeier vor dem 1. April gelegt wurde. Dies geschah logischerweise erst am Ende des Monats März. Das warme Frühjahr 2014 war hier eine Ausnahme: In dem Jahr begann bereits 20% der Steinkäuzen bereits im März mit dem Eierlegen (das Früheste Ei wurde am 14. März gelegt).

Aber wir werden uns überraschen lassen. Es stellt sich auch die Frage, welches der beiden Paare schneller das erste Ei legen wird – das Paar in Nistkasten 1 ist sehr viel im Kasten anzutreffen und hier beim Kuscheln etc. zu beobachten, während das Paar aus Nistkasten 2 nicht so lange zusammen im Inneren verweilt, dafür aber überdeutlich sehen lässt, dass es zusammengehört.

 

Die Sache mit den Dohlen

In beiden Nistkästen lässt sich beobachten, dass die die Steinkäuze dort regelmässig verweilen und ihre Gesellschaft geniessen. So konnte man z.B. die Käuze aus Nistkasten 1 immer häufiger beim kuscheln und Federn putzen beobachten. Deutliche Frühlingsgefühle liegen in der Luft.

Trotzdem gibt es noch einen anderen Grund, warum sie sich viel im Nistkasteninneren aufhalten: Dohlen. Diese schlauen Tiere sind wie Steinkäuze Höhlenbrüter und sind durchaus auch an solchen Nistkästen interessiert. Dies führt regelmässig zu Auseinandersetzungen, in denen sich um einen begehrten Brutplatz gestritten wird. Um sicher zu gehen, dass Konkurrenten und Eindringlinge keine Chance haben, macht es Sinn, öfters zuhause zu sein oder das Zuhause zumindest gut im Blick zu behalten.

Und das ist genau das, was beide Steinkauzpaare tun. Sobald sich eine Dohle dem Nistkasten nähert, stecken sie den Kopf durch die Einflugöffnung oder sie setzen sich auf das Dach des Kastens. Dies gibt ein deutliches Signal und die Dohlen zeigen sich eingeschüchtert bzw. ziehen wieder ab. Es ist jedoch nicht so, dass die Angelegenheit damit erledigt wäre – Dohlen sind nicht nur schlau, sondern haben auch ein gutes Durchaltevermögen. So werden sie in den kommenden Wochen penetrant immer mal wieder vorbeischauen, ob der Nistplatz nicht doch für sie zugänglich ist. Solange die eigentlichen Bewohner jedoch ein gutes Auge darauf haben, werden die Dohlen in ihren Versuchen chancenlos bleiben.

 

Steinkäuze in der Kunst

Aus dem griechischen Altertum kennen wir bereits Abbildungen des Steinkauzes auf den damalig verwendeten Münzen. Auch auf der

griechischen 1-Euro-Münze ist sie zu sehen. Käuze und Eulen, darunter auch der Steinkauz, kennen wir u.a. auch von dem mittelalterlichen Hieronymus Bosch/ Jheronimus van Aken.

Der lat. Name, Athene noctua, verweist zur Verbindung mit der griechischen Göttin Athena, die Tochter von Zeus, ist die Götting der Weisheit, der Strategie, des Kampfes, der Kunst und des Handwerks, sowie die Schutzherrin der gleichnamigen Stadt Athen. Erzählungen besagen, dass die Steinkäuze ihre Nester oftmals rundum Akropolis, der Heimatstadt der Göttin, gebaut haben. Jede Nacht zögen die Steinkäuze in der Umgebung umher – am darauffolgenden Tag berichteten sie Athena von den beobachteten Ereignissen.

Zu Hieronymus Bosch/ Jheronimus van Aken: Vom 13. Februar–8. Mai 2016 sind einige seiner Werke in einer Ausstellung im Het Noordbrabants Museum in in der niederländischen Stadt ’s Hertogenbosch zu sehen. Dies ist ein besonderes Ereignis, denn die Bilder werden sonst aufgeteilt in verschiedenen Museen zu sehen, wie z.B. im Museo Nacional del Prado in Madrid. In der aktuellen Ausstellung sind viele dieser Werke zusammengetragen worden und gesammelt einer Ausstellung zu sehen. Leider ist das bekannte Werk „Garten der Lüste“ in Madrid geblieben und kann nicht in unserem Nachbarland betrachtet werden. Jdoch können Sie hier eine audiovisuelle Entdekcungstour durch das Bild machen – können Sie Steinkäuze entdecken?

Zu Bosch’s Zeiten, waren Eulen, darunter der Steinkauz, auch eine Art Unglücksbote, und wurden häufig auch mit Hexen und Zauberern in Verbindung gebracht. Ein Grund kann sein, dass wir die Eulenrufe in der Nacht wahrnehmen (und die Dunkelheit seit je her eine gewisse Angst im Menschen weckt) und sie sich lautlos an ihre Beute “heranpirschen“ bzw. diese unbemerkt erfassen können. Mehr über die Eule im Volksglauben können Sie hier lesen.

 

Was ein Wetter

Wie gehen eigentlich die Steinkäuze mit dem Wetter um? Wir selbst würden bei so einem regnerischen und windigen Wetter lieber drinnen bleiben – obwohl eine Konfrontation mit diesem Wetter, zum Beispiel in Form einer Wanderung, auch etwas für sich haben kann. Die Steinkäuze schienen sich darum wenig Sorgen zu machen, wenn man betrachtet, dass der Kasten heute die meiste Zeit über leer geblieben ist. Allerdings können sie dem Wetter nicht mit zusätzlichen „Accessoires“, wie Schal und Mütze trotzen. Sowohl die Steinkäuze von Nistkasten 1 und Nistkasten 2 bewohnen ein qualitativ hochwertiges Territorium. Diese Territorien haben alles, was die Vögel benötigen, um gut durch das Jahr zu kommen, inklusive der Möglichkeiten, um Nachwuchs gross zu ziehen. Die Qualität des Territoriums wird dadurch bestimmt, dass eine gewisse Anzahl Plätze vorhanden ist, wo die Käuze aus der Reichweite von natürlichen Feinden bleiben und Unterschlupf vor schlechtem Wetter finden können. Beide Steinkauz-Paare scheinen sich hierum wenig Sorgen machen zu müssen.

So haben die Steinkäuze von Nistkasten 1 beispielsweise auch noch einen gut zugänglichen Hühnerstall zur Verfügung. Dort können sie in alles Ruhe Schutz vor regen- und windintensiven Tagen finden. Ein Glück, dass sie sich scheinbar dazu entschlossen haben, in diesem Jahr im Nistkasten - und nicht im Hühnerstall - zu brüten!

Doppelt gemoppelt hält besser

Heute Morgen waren auf der Steinkauz-Webcam zwei Steinkäuze zu sehen – in jedem Nistkasten einer! Eine doppelte Überraschung also.

Die Eulen aus dem Kasten von Kamera 1-3 kamen alle beide regelmässig den Nistkasten inspizieren. So konnten wir die optischen Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen untersuchen und feststellen (sieh vorheriger Bericht), welche jedoch noch durch das Verhaltensmuster beider Tiere bestätigt werden müssen. Aber entgegen der Vorurteile bezüglich der Rollenverteilung, war es gestern Morgen das Weibchen, das draussen den Krähenvögeln zu verstehen gegeben hat, dass der Nistkasten der ihre ist. In der kommenden Zeit werden wir wohl weiterhin Zeuge davon werden können, wie sich die Steinkäuze mit Krähenvögeln – oder auch Tauben – auseinander setzen werden, um ihr Revier zu verteidigen.

Auf die Steinkäuze, die den zweiten Nistkasten (Kamera 4-6) besucht haben, mussten wir einige Zeit warten. Es schien, als müssten sie den Kasten erst „für sich entdecken“. Seit gestern wissen wir, dass sie den Kasten für gut befinden. Gestern und auch heute konnte ein Steinkauz im Inneren beobachtet werden – wir wissen jedoch noch nicht, ob es sich hier um das Weibchen oder Männchen gehandelt hat.

Es bleibt spannend – wenn auch das zweite Pärchen den zweiten Nistkasten bezieht, können wir an dieser Stelle zwei Brutvorgänge verfolgen und vergleichen. Wo liegen Übereinstimmungen oder Unterschiede, im allgemeinen Verhalten, der Beuteübergabe, der Aufzucht der Jungen? So weit ist es jedoch noch nicht – ungefähr Mitte April erwarten wir das erste Ei, bis dahin sind es „noch“ sechs Wochen.


Such den Unterschied

Dieser Eintrag befasst sich mit den Unterschieden zwischen dem Steinkauz-Männchen und dem Steinkauz-Weibchen. Die Männchen haben i.d.R. ein etwas helleres Gesicht als die Weibchen - wie man hieran bereits erkennt, handelt es sich bei den Unterschieden um subtile Nuancen, die nicht immer direkt sichtbar sind oder in dieser Art und Weise auftauchen. Die untenstehenden Fotos wurden so gut es ging unter denselben Bedingungen (Nistkasten 1/ Kamera 1-3, Infrarotlicht, Position) aufgenommen. Hieran kann man sehen, dass einer der Käuze etwas hellere Augenbrauen und einen etwas helleren Hals/ „Bart“ aufweist. Dieser Kauz kommt auch mit etwas weniger Mühe durch die Nistkastenöffnung und ist somit ein wenig kleiner und weniger kräftig gebaut. Dies scheint das Männchen zu sein; denn hierbei handelt es sich auch um den Kauz, der letzte Woche die beiden Mäuse gebracht hat. Der Kauz, den wir in letzter Zeit schlafend und putzend im Nistkasten beobachten konnten, sollte somit das Weibchen sein. 

Weibchen:

 

Männchen:

Ob dies so korrekt ist? Im späteren Verlauf werden wir beobachten können. Ob diese Beobachtungen bzw. Dieser äusserlichen Unterschiede, die wir zu diesem Zeitpunkt festgestellt haben, auch das richtige Geschlecht betrifft.

2 x 3

Sind sechs. Insgesamt sechs Kameras verfolgen die Steinkäuze in zwei Nistkästen (Kamera 1-3 und Kamera 4-5) während ihrer Brutzeit. Ob in beiden Kästen gebrütet werden wird? Am Ort des ersten Nistkastens konnte beobachtet werden, dass der Nistkasten für die Käuze interessant geblieben ist, auch wenn dieser zwischendurch von anderen Besuchern aufgesucht wurde. Der zweite Nistkasten wurde von den Käuzen von überflüssigem (teilweise durch Eichhörnchen hereingebrachten) Material befreit und wohnlich für das Brüten eingerichtet. Wir sind gespannt, wie es weitergehen wird!

Heute Abend besuchte endlich ein Kauz den Nistkasten, um eine der von ihnen hingelegten „Vorratsmäuse“ zu fressen!

Es ist schwierig zu sagen, ob es das Männchen oder Weibchen war, welches den Nistkasten ca. drei Minuten lang besucht und das Futter gefressen hat. Die Männchen und Weibchen der Steinkäuze sehen sich sehr ähnlich; die Weibchen sind i.d.R. etwas schwerer und grösser, jedoch lässt sich dies auf der Webcam nicht sehen. Später im Frühling wird deutlich, bei wem es sich um welchen Steinkauz handelt; vielleicht lässt sich dann auch der ein oder andere äusserliche Unterschied entdecken (zum Beispiel, ob es einen Unterschied in den weissen „V“s auf den Hinterköpfen der Tiere gibt). Hierzu müssen aber beide Eulen gut im Bild sein.

Wir warten gespannt ab!

 

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Steckbrief

Steinkauz (Athene Noctua)

Steinkäuze sind kurzschwänzig. Ihre Oberseite ist dunkelbraun und mit dichten weißen Flecken und Bänderungen versehen. Die Unterseite ist weißlich und breit dunkelbraun gestreift. Über den Augen hat der Steinkauz einen weißen Streifen, Federohren fehlen ihm. Die großen gelben Augen sind auffällig und geben ihm einen lebhaften, koboldartigen Ausdruck, die Stirn ist niedrig und flach.

Eigenschaften

 

Maße
22 cm

Verbreitung
Der Steinkauz lebt in Europa, Nord- und Nordostafrika, sowie im Süden und Westen Asiens.

Nest
Brutzeit: April bis Juli, 1 Brut.

Jungtiere
Das Weibchen legt die 3 bis 5 (seltener bis zu 7) Eier etwa alle 2 Tage. Das Brüten beginnt zumeist ab dem letzten Ei, sodass die Jungen nach 24 – 28 Tagen Brutzeit etwa alle gleichzeitig innerhalb von 1 bis 2 Tagen schlüpfen. Beide Eltern füttern die Jungen, die nach ca. 30 – 35 Tagen ihre Bruthöhle verlassen, manchmal aber auch schon vor der vollen Flugfähigkeit. Zur Erlangung der Flugfähigkeit benötigen sie dann noch etwa eine Woche, aber die Eltern füttern ihren Nachwuchs noch mindestens 5 Wochen nach dem Ausfliegen.

Futter
Große Insekten wie Käfer, Regenwürmer und Grillen, aber auch Mäuse, Kleinvögel, Jungschlangen und Eidechsen.

Gesang
Erregungs- und Warnruf ist ein lautes „kwiiju“, der Balzruf des Männchens ein langgezogenes „guhk“. Bei Erregung knicksen die Käuzchen auf.

Besondere Kennzeichen
Der Steinkauz war Vogel des Jahres 1972. 

Es war die Woche des Maikäfers. Das warme Wetter sorgte dafür, dass die Maikäfer gut auffindbar waren. Dies hat sich das Steinkauz-Männchen zu Nutzen gemacht. Von den 133 übergebenen Beuten handelte es sich bei ganzen 116 davon um Maikäfer, also um fast 87 Prozent. Ein recht einseitiges Essensplan. Auffallend ist, dass keine einzige Maus erbeutet wurde; dies ist zum ersten Mal der Fall.

Eigentlich sind es besondere Tiere, diese Maikäfer. Viele Insektenarten sind in den letzten Jahren zurückgegangen, der Maikäfer jedoch hat sich wieder berappelt und ist in vielen Regionen vermehrt anzutreffen. Auch wenn man zwischendurch den Eindruck hat, sie kaum zu sehen, so vermehren sich Maikäfer in mehrjährigen Abständen massal. Dies ist jedoch nicht flächendeckend der Fall, sondern hängt von den  Umständen ab – warmes Wetter begünstigt die Vermehrung und auch Monokulturen sind ein geeignetes Umfeld. 

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