So helfen Sie Schmetterlingen

Schmetterlinge im Garten - wa können Sie tun?

Wie auch die Bienen haben Schmetterlinge es nichtunbedingt leicht; ihre Bestände nehmen zunehmend ab. Ein schmetterlingsfreundlicher Garten kann da ein wahres Refugium für diese grazilen Tiere werden. Ein paar gezielte Anpassungen genügen bereits, um ein Schmetterlingsparadies im eigenen Garten zu kreieren.

 

Warum verschwinden die Schmetterlinge?

Hierfür gibt es verschiedene Ursachen:

  1. Unsere Gärten sind oftmals zu ordentlich. Viele Flächen sind dicht gepflastert oder mit Rasen bepflanzt, wodurch weniger offener Boden mit Pflanzen zu finden ist. Auch einige exotische Pflanzen, deren Blütengefüllt sind, bieten oftmals weniger Nahrung als die Einheimischen.
  2.  Die Agrarlandschaft von früher war ein Paradies für Insekten, denn die natürlichen Graslandschaften mit wildblühenden Blumen waren die perfekte Lebensumgebung. Durch den Gebrauch von künstlichem Dünger sowie durch intensivere Bewirtschaftung, ist diese Landschaft verschwunden, jedoch nicht kompensiert.
  3. Der Einsatz von Insektiziden und Pestiziden kann zum Tode führen.

 

Futterpflanzen für Schmetterlinge

Das A und O eines schmetterlingsfreundlichen Gartens sind die Pflanzen, genauer gesagt: Futterpflanzen für Raupen und Nektarpflanzen für Schmetterlinge. Oftmals werden Futterpflanzen für Raupen vergessen, diese sind jedoch wichtig! Im Gegensatz zu Schmetterlingen, bedienen sich Raupen nicht am Nektar, sondern an den Blättern der Pflanzen.

Nektar ist für Insekten der Treibstoff, den sie zum Fliegen und Eierlegen brauchen, kurzum: lebenswichtig! Die Geschmäcker sind jedoch verschieden, und je vielfältiger das Angebot an Nektarpflanzen in Ihrem Garten, desto mehr Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und Schwebfliegen werden sich dort blicken lassen.

 

Für jede Jahreszeit eine Pflanze

Wenn die ersten Schmetterlinge nach einem langen Winter ihren Unterschlupf verlassen, sind sie natürlich hungrig. Dann freuen sie sich über Frühblüher, bei denen sie sofort Nahrung finden. Im Sommer ist ein Garten voller Nektar eine ideale Nahrungsquelle. Auch Herbstblüher sind lebenswichtig, schließlich müssen Schmetterlinge einen ausreichenden Futtervorrat anlegen, bevor sie sich zum Überwintern zurückziehen. Die Bepflanzung kann verschiedene Formen haben; ob Staudenrabatte, Kräuterbeet, Wildsträuchern oder Wildblumenwiese - es lassen sich unterschiedliche Bereiche realisieren. Auch auf dem Balkon können verschiedene Topfpflanzen oder eine Kräuterecke platziert werden, welche Schmetterlingen oder auch Bienen Nahrung bieten.

 

Prof. Dr. Peter Bertholds Top 5 der Schmetterlingspflanzen

Diese Pflanzen blühen in unterschiedlichen Jahreszeiten und sorgen somit gemeinsam für Nektar vom Frühling bis zum Herbst.

 

1. Schmetterlingsstrauch bzw. Sommerflieder (Buddleja davidii)

2. Telekie (Telekia speciosa)

3. Wilde Karde (Dipsacus fullonum)

4. Engelwurz (Angelica archangelica, A. silvestris)

5. Knautie (Knautia arvensis)

Die aufgeführten Arten stellen mit ihren nektarreichen Blüten regelrechte „Schmetterlings-Hotels“ dar, und später locken sie mit den begehrten Samen viele Vögel an, wie Girlitze, Sumpfmeisen, Stieglitze u. a.

Auch wenn einheimische Pflanzen sich am besten eignen, muss man nicht auf "Exoten" verzichten. Hierbei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass der Nektar für die Schmetterlinge gut zugänglich ist. Der Sommerflieder ist zwar keine einheimische Pflanzenart, aber er ist für jeden Garten eine Bereicherung, da er geradezu als Magnet für Schmetterlinge wirkt. Er lockt dermaßen viele Arten und Individuen von Schmetterlingen an, dass er im Volksmund den Namen „Schmetterlingsstrauch“ bekommen hat. Neben Schmetterlingen werden viele andere Insekten angelockt, und die kleinen Samen des Strauches werden auch von verschiedenen Vogelarten verzehrt.

 

Weitere Tipps für mehr Schmetterlinge in Ihrem Garten

Lassen Sie Brennnesseln stehen: Viele Raupenarten ernähren sich ausschließlich davon. Schmetterlinge und Bienen sind ganz wild auf Kräuterecken und warme, geschützte Stellen. Und verblühte Blumen und Wintergrün bieten vielen Insekten, Igeln und Vögeln ein Plätzchen zum Überwintern. Lassen Sie also wenn möglich kleine, verwilderte Ecken stehen.

Auch für Unterschlupf sollte gesorgt sein: Ein geeignetes Insektenhotel kann einigen Schmetterlingen Unterschlupf bieten, während Puppen an Zweigen und Blättern überwintern. Deshalb: nicht zu sehr aufräumen! Auch Schuppen, Dachböden o.ä. werden zur Überwinterung genutzt - deshalb ist auch hier Vorsicht geboten. 

Weite geeignete Schmetterlings-Pflanzen sind zum Beispiel SchlüsselblumeMargerite und Fetthenne. Nachtfalter freuen sich über Pflanzen, deren Aroma sich erst gegen Abend entfaltet, wie  Geißblatt oder Nachtkerze. Auf der WEbsite des NABU und des BUND finden Sie weitere Pflanzentipps.

Wasser und Zuckerwasser: An warmen Tagen nehmen Schmetterlinge schon einmal Wasser aus kleinen Pfützen auf, während Raupen Wasser über ihre pflanzliche Nahrung aufnehmen. Wer neben den Pflanzen noch zusätzliche Nahrung anbieten möchte, kann Schmetterlingen Zuckerwasser/ Honig-Zuckerwasser bereitstellen - dies jedoch bitte auf einem Schwämmchen oder Küchenpapier und nicht in einer Schale (hier könnten die Schmetterlinge nass werden und ihre Flügel verkleben. 

 

Wie man Bienen helfen kann lesen Sie hier

 

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