Der Kuckuck ist zurück

Der Kuckuck verbringt den Winter im tropischen West-Afrika, bis er im Frühjahr wieder nach Europa zurückkehrt. Im Durchschnitt kehrt er circa Mitte April zurück, wobei in den letzten sechs Jahren ein Trend zur früheren Rückkehr zu beobachten war. Der Kuckuck ist dafür bekannt, dass er seine Eier in den Nestern anderer Vogelarten ablegt und seinen Nachwuchs „fremdaufziehen“ lässt. Da sie ihre Jungen nicht selber aufziehen, kehrt der Kuckuck bereits im Juni und Juli wieder nach West-Afrika zurück.

Kuckucks legen ihre Eier vor allem in den Nestern der folgenden Vogelarten ab: Rohrsänger, Grasmücken, Pieper, Bachstelzen, Braunellen, Neuntöter, Zaunkönig und Rotschwänze. In Deutschland sind es vor allem Neuntöter, Bachstelze, Zaunkönig, Gartengrasmücke und Sperbergrasmücke. In jedem Nest hinterlassen sie ein Ei – so können Kuckucks in nur einem Jahr bis zu 25 Nester besetzen. Die Eier des Kuckucks schlüpfen in vielen Fällen eher als die der eigentlichen Nestbewohner, wonach das Kuckucksjunge die Konkurrenz in Form von anderen Eiern oder Küken aus dem Nest herausschubst. Die sogenannten „Wirtsvögel“ sehen das Kuckucksjunge als ihren eigenen Nachwuchs an und ziehen es mit aller Aufmerksamkeit auf. Oftmals bettelt das Kuckucksjunge so laut nach Futter, dass andere Vögel in der Nähe bei der Aufzucht behilflich sind und Futter anbieten.  Nach knappen drei Wochen verlässt das Kuckucksjunge das Nest, wonach es noch zwei bis drei Wochen von den Wirtsvögeln weiter versorgt wird. Erst im September fliegt die neue Generation Kuckucks nach West-Afrika, um dort mit den Eltern zu überwintern.

Besondere Diät 

Der Kuckuck ist ein Vogel, der auf dem Boden und in Sträuchern nach Nahrung sucht. Zu seiner bevorzugten Nahrung gehören vor allem Insekten und Eier von anderen Vögeln. Das Besondere an der Diät des Kuckucks ist, dass er auch haarige Raupen frisst – diese sind oft reich an Milchsäure und werden aus dem Grund, dass sie giftig sind, nicht oft von Vögeln gefressen. Der Kuckuck scheint damit jedoch kein Problem zu haben; der Grund ist eine extra schützende Schicht seiner Magenwand. 

Klimaveränderung

Seit den 60er-Jahren steht es um den Kuckuck nicht mehr so gut; in den 90er-Jahren war ein grosse Bestandsrückgang bemerkbar. Die Ursachen hierfür ist noch weitgehend unbekannt und liegt wahrscheinlich in einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren begründet. Die Anzahl potenzieller Wirtsvögel hat abgenommen und auch in den Überwinterungsgebieten in West-Afrika findet mehr Entwaldung statt. Forschungen der Universität von Mailand haben festgestellt, dass der Rückgang der Kuckuckspopulation wahrscheinlich eine Folge des Klimawandels ist. Dadurch, dass die Wirtsvögel eher aus dem Überwinterungsgebiet zurückkehren, beginnen sie her zu brüten. Der Kuckuck hingegen kam nicht eher zurück, weshalb die Brutperioden nicht mehr synchron verliefen und somit weniger Wirtsnester zur Verfügung standen. Seit Beginn dieses Jahrhunderts scheint sich die Population des Kuckucks wieder zu stabilisieren; in den letzten Jahren war selbst einer Steigerung vernehmbar. Ob Letztere dadurch zu erklären ist, dass der Kuckuck eher zum Brutgebiet zurückkehrt, ist noch nicht vollständig untersucht. 

Vogel des Jahres

Der Kuckuck war bereits im Jahr 2008 der Vogel des Jahres, gerade, um auf die Probleme des Populationsrückgangs und seine Ursachen aufmerksam zu machen. In Deutschland rufen der NABU und LBV dazu auf, den ersten Frühlingsrufs des Kuckuck zu melden. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf den Webseiten beider Organisationen.

Foto: Martijn Bot

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